Aufseher hält Fernsehmarkt für überreguliert
Angesichts neuer Übertragungswege für Fernsehprogramme sieht Hans Hege, Präsident der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, im Fernsehmarkt weniger Regulierungsbedarf.
Angesichts neuer Übertragungswege für Fernsehprogramme sieht Hans Hege, Präsident der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, im Fernsehmarkt weniger Regulierungsbedarf: "Übertragungswege gibt es genügend, da kann man auf Regulierung verzichten. Ein kleiner Digitalkanal ist heute eher überreguliert", sagte Hege gegenüber Technology Review. Das Technologiemagazin beschäftigt sich in einem 16 Seiten umfassenden Schwerpunkt seiner September-Ausgabe (ab dem 31. August am Kiosk oder hier portokostenfrei zu bestellen) ausführlich mit den Verwerfungen, die IPTV auf dem Fernsehmarkt erzeugen wird.
Das Fernsehen per Internet Protocol, das hierzulande über DSL-Anschlüsse zu den Endkunden gebracht werden soll, gehört zu den großen Hoffnungen vor allem der großen Telekommunikationsfirmen. Erst gestern hatte der Technologie-Dienstleister Accenture eine Studie vorgestellt, der zufolge Experten bis 2010 ein "rasantes Wachstum" der Abonnentenbasis auf bis zu 25 Millionen mit einem Umsatz von rund 10 Milliarden US-Dollar erwarten.
Die Spielregeln des Internets werden dabei jedoch künftig immer stärker das Fernsehen beherrschen. An Anbieter, die im Ausland sitzen, kommen inländische Regulierungsbehörden schlecht heran. In Deutschland ist Medienregulierung zudem Ländersache. "Dass das verbessert werden kann, ist unbestritten, aber wir haben nun einmal eine Verfassung, die das so festschreibt", kommentiert Hege die nicht mehr zeitgemäße Gesetzeslage.
Siehe dazu Technology Review 09/2006: (wst)