Paramount schluckt DreamWorks

Das zur MTV-Muttergesellschaft Viacom gehörende Filmstudio kann auch ein exklusives weltweites Vertriebsabkommen mit DreamWorks Animation (u.a. Shrek, Madagascar) schließen.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Paramount Pictures, die Filmstudio-Sparte des amerikanischen Medienriesen Viacom (unter anderem MTV, CBS, Simon & Schuster), übernimmt das von Steven Spielberg mitgegründete Filmstudio DreamWorks SKG. Der Kaufpreis beträgt einschließlich Übernahme von DreamWorks-Schulden rund 1,6 Milliarden Dollar in bar. DreamWorks ist ein auf Spielfilm- und Fernsehshow-Produktionen ausgerichtetes Studio. Die Transaktion bringe Paramount sämtliche Projekte der DreamWorks SKG und eine Produktionspartnerschaft mit Steven Spielberg und David Geffen, hieß es bei den Vertragspartnern laut einem dpa-Bericht. Paramount erhält auch die 59 Spielfilme umfassende Filmbibliothek von Dreamworks. Paramount befinde sich in fortgeschrittenen Diskussionen mit Investoren, um die DreamWorks-Filmbibliothek sofort nach Abschluss der Transaktion zu verkaufen. Paramount würde allerdings die Vertriebsrechte behalten und erhält auch die DreamWorks-TV-Sparte.

Daneben trifft Paramount ein exklusives weltweites Vertriebsabkommen mit der separaten und auf Zeichentrickfilme spezialisierten Aktiengesellschaft DreamWorks Animation; das Animationsstudio, dessen größter Konkurrent Steve Jobs' Pixar-Studio ist, hat unter anderem Shrek, Shark Tales und Madagascar in die Kinos gebracht. DreamWorks Animation unter Leitung von Jeffrey Katzenberg, des Dritten im Bunde bei der ursprünglichen Dreamworks-Gründung, war vor einiger Zeit von der DreamWorks SKG abgespalten und an die Börse gebracht worden. Paramount bekommt auch exklusive Rechte für die Verwendung von zukünftigen Zeichentrickfilm-Figuren der DreamWorks Animation für die Verwendung in TV-Shows.

Viacom-Konzernchef und Großaktionär Sumner Redstone sichert sich somit nicht nur das Filmstudio DreamWorks SKG, sondern auch die Mitarbeit der Hollywood-Größen Spielberg und Geffen. Sie sollen jährlich vier bis sechs Spielfilme produzieren, bei einer angestrebten jährlichen Paramount-Produktion von insgesamt 14 bis 16 Filmen. Spielberg bedauerte es, dass nach langen Verhandlungen und vielen Kompromissen keine Einigung mit General Electric getroffen werden konnte, der Muttergesellschaft des ebenfalls an DreamWorks interessierten Filmstudios NBC Universal. (jk)