Cebit

ITK-Boom in Ost- und Südeuropa hält an

Die IT-Märkte der EU-Neulinge wachsen weiter stark und auch Spanien übertrifft den EU-Durchschnitt, stellt der Branchenverband Bitkom fest. Mit 30 Prozent am Weltmarkt bildet die EU den größten ITK-Binnenmarkt.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Mit 30,1 Prozent am Weltmarkt für Information und Telekommunikation (ITK) bildet die Europäische Union den größten Binnenmarkt, allein Deutschland hat einen Anteil von 6,5 Prozent am Marktvolumen von 2040 Milliarden Euro, berichtet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), gestützt auf Zahlen der Marktforscher von European Information Technology Observatory (EITO) und IDC. Für Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder ist dieser knappe Vorsprung der EU vor den USA (29,3 Prozent) ein wichtiger Grund dafür, dass die weltweite ITK-Leitmesse mit der CeBIT nach wie vor im "Herzen Europas" beheimatet ist. Auf dem heutigen Fachpressetag zur CeBIT 2006 wiederholte Rohleder die jüngste Bitkom-Prognose, nach der in Deutschland für 2006 mit einem ITK-Marktwachstum von 2,4 Prozent auf 137,3 Milliarden Euro zu rechnen ist.

Dem deutschen IT-Sektor (ohne Telekommunikation) sagt der Bitkom mit 3,6 Prozent für 2006 gegenüber 3,3 Prozent im zu Ende gehenden Jahr gar eine leichte Wachstumssteigerung voraus, doch bleiben damit sowohl die Bundesrepublik als auch ihr Nachbar Frankreich unter den EU-Durchschnittswerten von 4,2 Prozent für 2006 beziehungsweise aktuell 3,7 Prozent. Unter den älteren EU-Mitgliedern baut Spanien seine Führungsrolle im IT-Wachstum aus und wird 2006 mit einer vorhergesagten Steigerung von 7,0 Prozent sein Wachstum von in diesem Jahr schon 5,4 Prozent noch beschleunigen. Auf ähnlichem Niveau liegen die EU-Neulinge Ungarn (2006: 7,1 Prozent / aktuell 5,2 Prozent) und Tschechien (2006: 8,6 Prozent / 7,9 Prozent). Auch wenn Polen nach einem Plus im IT-Markt von 17,1 Prozent im kommenden Jahr eine Verlangsamung auf 11,2 Prozent zu erwarten hat, wächst diese Branche damit in der Republik mit knapp 39 Millionen Einwohnern noch immer europaweit am schnellsten.

Wegen des scharfen Wettbewerbs rechnet der Bitkom im Telecom-Segment mit weiter sinkenden Preisen im Mobilfunk sowie bei schnellen Internet-Zugängen. Zum Thema UMTS sagte Rohleder, in Europa nutzten derzeit rund 15 Millionen Menschen das Universal Mobile Telecommunications System. In Deutschland gebe es aktuell etwa 2,5 Millionen UMTS-Nutzer. Voice over IP nutzen nach Bitkom-Angaben derzeit weltweit mehr als 100 Millionen Menschen. In Deutschland gebe es rund fünf Millionen Menschen, die VoIP bereits einmal ausprobiert hätten. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer ist in Deutschland hingegen noch gering. (ssu)