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CeBIT 2006 wird doch nicht zum Schwarzfahrer-Mekka

Um den Messeveranstalter von den Kosten für das Kombi-Ticket zu entlasten, schießen das Land Niedersachsen und die Region Hannover über 600.000 Euro zu. Politiker befürchten nun Begehrlichkeiten anderer Anbieter von Kombi-Tickets wie Hannover 96.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Befürchtungen, dass es zu chaotischen Zuständen an den Fahrkartenautomaten oder zu massenhafter Leistungserschleichung im öffentlichen Nahverkehr Hannovers während der CeBIT 2006 beziehungsweise der Hannover Messe 2006 kommt, sind mittlerweile wieder unbegründet. Im November hatte der Veranstalter, die Deutsche Messe AG, den Vertrag mit den Verkehrsbetrieben GVH   gekündigt, um Kosten zu sparen. Da der Großraum-Verkehr Hannover zu CeBIT-Zeiten täglich mehr als 200.000 Fahrgäste zusätzlich transportieren muss, schien das Chaos programmiert.

Auf einem Merkblatt zum heutigen Fachpressetag zur CeBIT 2006 heißt es bei den Angaben zum Eintrittspreis (Einzelticket an der Tageskasse: 38 Euro, Vorverkauf: 33 Euro) aber wie in den Jahren zuvor, dass die CeBIT-Eintrittskarten zugleich als GVH-Tickets gültig sind – ausgenommen sind lediglich die Schülerkarten für 17 Euro, die ohnehin nur am Messewochenende 11. und 12. März sowie am Schlusstag 15. März den Messebesuch gestatten. Die Messe AG bestätigte gegenüber heise online, dass es sich keineswegs um einen Fehler handelt, sondern für die beiden Messen 2006 die Eintrittskarten tatsächlich noch als Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr gelten.

Berichten der hannoverschen Tageszeitungen zufolge reduziert die Messe AG ihren Anteil an Gesamtkosten von 800.000 Euro für die Kombi-Tickets auf nunmehr 200.000 Euro. Laut einer Meldung der Neuen Presse vom 8. Dezember hat sich das Land Niedersachen bereiterklärt, für den Messeverkehr im Frühjahr 2006 bis zu 490.000 Euro zuzuschießen, während die Region Hannover 190.000 Euro übernehmen sollte. In der Regionsversammlung hätten jedoch sowohl SPD als auch die Grünen gegen diese finanzielle Verpflichtung der Kommunen gestimmt. Die SPD befürchtet dem Bericht zufolge ansonsten einen Domino-Effekt für andere Großveranstaltungen, für die Kombi-Tickets verkauft werden, beispielsweise Konzerte oder Heimspiele des Fußball-Bundesligisten Hannover 96.

Auf Nachfrage von heise online wollte die Presseabteilung der Deutschen Messe AG aber keine Prognose dazu abgeben, ob es über die beiden großen Messen Anfang 2006 hinaus weitere Kombi-Tickets geben wird. (ssu)