IBM will Linux-Engagement weiter ausbauen

Die Linux-Distributoren Novell/Suse und Red Hat werden zu "strategischen Partnern" von IBM befördert; IBM baut einen eigenen Vertriebskanal für die Linux-Produkte der beiden Firmen auf und verstärkt die Java-Unterstützung.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

"IBM begleitet Linux-Wachstum", so betitelt der Computer-Konzern seine Ankündigung, das Engagement für den Vertrieb von Linux und für die weitere Java-Entwicklung auszudehnen. Im Zentrum steht dabei erst einmal eine neue Vertriebsvereinbarung mit Novell/Suse und Red Hat: Die beiden Linux-Distributoren treten dem so genannten "Strategic Alliance"-Programm von IBM bei; sie gehörten damit zur wichtigsten IBM-Partnerkategorie, betont der Konzern. Damit einher geht der Aufbau eines IBM-Vertriebskanals für Lizenzen und Subskriptionen von Suse Linux Enterprise Server und Red Hat Enterprise Linux. Die Einjahres- und Dreijahres-Abonnements von Linux-Produkten der beiden Distributoren sollen zusammen mit IBM-Servern und im Rahmen von Support-Angeboten der IBM Global Services offeriert werden.

Im Rahmen des neuen Partner-Status erhalten Novell und Red Hat Zugang zu IBMs Innovationszentren in Schwellenländern wie Brasilien und Indien, aber auch in Russland oder China. Damit sollen die beiden Partner in die Lage versetzt werden, von dem in diesen Ländern wachsenden Zuspruch für Open-Source-Lösungen zu profitieren. Im Gegenzug unterstützen Red Hat und Novell die weiteren Vorhaben IBMs mit dem J2EE-Server Geronimo und der Datenbank Derby, die beide von der Apache-Foundation bereitgestellt werden. Novell will Geronimo künftig mit dem Suse Linux Enterprise Server ausliefern; Red Hat soll IBMs Geronimo-Version, die WebSphere Community Edition, für seine Server-Versionen zertifizieren. Sowohl IBM als auch Red Hat und Novell bekräftigen in diesem Zusammenhang ihre Unterstützung für die freie Entwicklungsplattform Eclipse.

Für IBM unterstreicht die Vereinbarung mit Red Hat und Novell das Engagement für Linux: Nach Zahlen von IDC, die der Konzern zitiert, wächst der Linux-Markt jährlich um 26 Prozent, 2008 soll er ein Volumen von 35,7 Milliarden US-Dollar erreichen. IBM sei beim Umsatz mit Linux-Servern die Nummer 1 mit einem weltweiten Anteil von 29,7 Prozent – über ein Drittel dieses Umsatzes erreicht IBM über Vereinbarungen mit Business-Partnern. Novell und Red Hat erhoffen sich nun natürlich, ein noch größeren Anteil an diesem Kuchen abzubekommen als zuvor – dies würde sich positiv in den Bilanzen auswirken, die zumindest bei Novell zuletzt nicht gerade berauschend ausfielen, während Red Hat im zweiten Quartal sogar besser als zuvor erwartet dastand. (jk)