Bundesnetzagentur sieht dynamischen Telekommunikationsmarkt
Die Umsatzerlöse wuchsen seit der Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte 1998 um 50 Prozent auf 66,8 Milliarden Euro im Jahr 2004. Gleichzeitig fielen die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, zog anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts eine positive Bilanz für die Telekommunikationsmärkte. So sei der Wettbewerb dynamischer geworden. Die Umsatzerlöse wuchsen seit der Liberalisierung 1998 um 50 Prozent auf 66,8 Milliarden Euro im Jahr 2004. Gleichzeitig fielen die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen.
Zu den Wachstumsfaktoren zählt Kurth den Mobilfunk sowie das Internet und die Verbreitung breitbandiger Zugänge. Nach Ansicht von Kurth hat sich die Wettbewerbsbeziehung zwischen Festnetz und Mobilfunk intensiviert. So ist die Zahl der Festnetz-Anschlüsse um ein Prozent auf 39 Millionen gesunken, gleichzeitig hat sich der Anteil der Mobilfunkverbindungen am gesamten Gesprächsvolumen in den vergangenen fünf Jahren auf 15 Prozent verdoppelt. Diese Entwicklung werde von den Mobilfunkbetreibern mit Preissenkungen und beispielsweise vielen verschiedenen Tarifmodellen vorangetrieben. Kurth stellte hier fest: "Niedrigere Preise begünstigen höhere Erträge, weil Kunden den Mobilfunk dann stärker nutzen."
Die Monopolkommission, die heute ein Sondergutachten zur Wettbewerbsentwicklung auf dem Telekommunikationsmarkt vorstellte, sieht den Mobilfunk trotz der offensichtlichen Substitutionstendenzen noch immer als eigenständiges Marktsegment und nicht als Teil eines einheitlichen Marktes für Sprachtelefonie. Das Problem der überhöhten Entgelte für die Terminierung von Gesprächen in die Mobilfunknetze sei weiterhin ungeklärt. Die Kommission dient als Beratungsorgan der Bundesregierung in Fragen des Wettbewerbs.
Die Bundesnetzagentur geht für 2005 von insgesamt 10,4 Millionen DSL-Anschlüssen aus. Der Schwerpunkt liegt mit 76 Prozent noch bei den Ein-Megabit/s-Anschlüssen. Nur 18 Prozent verfügten über Bandbreiten von über zwei Megabit/Sekunde, nur 2 Prozent über höhere Bandbreiten.
Die Monopolkommission stellt ebenfalls fest, dass Wettbewerber schnell Marktanteile in spürbaren Größenordnungen gewinnen konnten. Als Ursache dafür nennt sie das freiwillige Resale-Angebot der Deutschen Telekom seit Mitte 2004. Allerdings beklagt sie, dass es bei den Teilnehmeranschlüssen kaum Wettbewerbsfortschritte gebe. Bei den Analoganschlüssen behalte die Deutsche Telekom ihre "faktische Monopolstellung" und bei den ISDN-Anschlüssen eine "bei weitem überragende Marktstellung". Um den Wettbewerb auf den Endkundenmärkten zu sichern, müsse die Regulierung der Zugangsleistungen in vollem Umfang aufrechterhalten werden.
Obgleich die Bundesnetzagentur sagt, dass die Wettbewerber im laufenden Jahr Wachstumsraten von über 140 Prozent sowie drei Viertel des Neukundengeschäfts auf sich verbuchen konnten, bemerkt der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) jedoch, dass die Telekom mehr Breitbandkunden gewinnen konnte als alle Wettbewerber zusammen. "Dank besserer Wettbewerbssituation und alternativer Netzzugänge wachsen Nutzung und Wettbewerbsangebote im Ausland deutlich schneller als hierzulande. Dies lässt die Diskussion über eine Rücknahme der Regulierung im deutschen Breitbandmarkt zu Gunsten des marktbeherrschenden Unternehmens geradezu aberwitzig erscheinen," sagt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.
Siehe zum Jahresbericht der Bundesnetzagentur auch:
(Christiane Schulzki-Haddouti) / (jk)