Computerspiel hilft gegen Aufmerksamkeitsstörung
Schwedische Forscher erzielen Erfolge gegen ADHS.
Forscher am schwedischen Karolinska Institut haben eine Software entwickelt, die Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eine bessere Konzentration ermöglichen soll. Das Programm namens "Robomemo" kommt als Computerspiel daher, das gezielt bestimmte Gehirnbereiche trainieren soll.
Es setzt bei einer der wichtigsten Funktionen des Stirnhirns an, dem Arbeitsgedächtnis. Das Arbeitsgedächtnis speichert kurzfristig die Informationen, die für die Lösung eines Problems notwendig sind – beispielsweise die Preise der Waren im Einkaufswagen, die man gerade zusammenrechnet. Kinder mit einer Aufmerksamkeitstörung schneiden bei Tests zum Arbeitsgedächtnis in aller Regel schlecht ab. Medikamente wie Retalin gleichen durch die verstärkte Ausschüttung von Dopamin die Unteraktivierung des Stirnhirns aus.
Mit "Robomemo" soll dies nun auch ohne Chemie funktionieren. Dabei müssen die Kinder rund um den Roboter "Robo" Aufgaben lösen, beispielsweise sich merken, in welcher Reihenfolge die Lämpchen auf Robos Brust aufleuchten. Das Programm spricht dabei alle Sinne an. Wenn die Kinder acht Aufgaben erfolgreich gelöst haben, dürfen sie zur Belohnung ein reines Spaßspiel spielen. Alleine nutzen können die kleinen Patienten das Spiel allerdings nicht – wichtig bei dem Programm ist auch, dass die Kinder von einem besonders geschulten Trainer angeleitet werden. Die Software ist bislang also nicht für den Hausgebrauch gedacht, sondern nur in Therapiezentren einsetzbar.
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(bsc)