Juristische Schlappe für "Intelligent Design"
Ein US-Bundesrichter in Pennsylvania hat gestern nach amerikanischen Medienberichten entschieden, dass die umstrittene Lehre vom so genannten "Intelligent Design" nicht in der Schule unterrichtet werden darf.
Ein US-Bundesrichter in Pennsylvania hat am gestrigen Dienstag entschieden, dass die umstrittene Lehre vom so genannten "Intelligent Design" nicht in der Schule unterrichtet werden darf. In dem 139 Seiten umfassenden Urteil kommt Richter John E. Jones III zu dem Schluss, dass "Intelligent Design" ein "Nachkomme des Kreationismus" sei.
Das oberste US-Gericht hatte jedoch bereit 1987 entschieden, dass Kreationismus als religiöse Überzeugung keinen Platz im naturwissenschaftlichen Unterricht habe, da dies gegen die verfassungsmäßige Trennung von Staat und Religion verstoße. Für den Richter steht nach einem sechswöchigen Prozess nun fest, dass die Lehre, nach der eine höhere Macht die Entstehung des Lebens auf der Erde bewirkt haben soll, fundamental gegen die Prinzipien der Wissenschaftlichkeit verstoße und deshalb als religiös einzuordnen sei. Beobachter werten den Prozess als extrem wichtig für die weitere Auseinandersetzung auf diesem Feld.
Der Schulbezirk Dover Area hatte im vergangenen Jahr angeordnet, dass die Lehre als Alternative zur Darwin'schen Evolutionstheorie zu vermitteln sei. Elf Eltern hatten dagegen eine Klage eingereicht. Der Boston Globe hält es für sehr unwahrscheinlich, dass der Schulbezirk gegen das Urteil in Berufung geht, da acht der neun Mitglieder des Schulrates mittlerweile abgewählt sind.
Siehe auch Technology Review aktuell: (wst)