Freihändige Mobilitätshilfe aus Verbundwerkstoffen

US-Forscher haben ein "Flexleg" entwickelt, mit dem sich Menschen, die sich an den unteren Extremitäten verletzt haben, ohne Krücken bewegen können.

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Warum können Menschen ohne Beine mit Hilfe von Prothesen laufen, während Leute mit gebrochenen Beinen Krücken brauchen? Mike Sanders, Forscher an der Brigham Young University (BYU) im US-Bundesstaat Utah, will das ändern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Zusammen mit seinen Kollegen hat er eine neue Mobilitätshilfe namens Flexleg entwickelt, mit der sich Menschen mit Unterschenkel- und Fußverletzungen weitgehend frei bewegen können.

Das Prinzip: Das Knie ruht auf einer Ablage, so wird das verletzte Bein geschont. Das Gehen übernimmt ein Gestänge in Verbindung mit einem künstlichen Fuß, der auf einer ähnlichen Technik basiert wie reguläre Fußprothesen. Das aus Aluminium und Verbundwerkstoffen bestehende Flexleg ist sehr leicht und enthält integrierte Dämpfer.

Kranke sollen damit fast normal gehen können, verspricht Sanders – sogar rennen sei potenziell möglich. Er hat die Mobilitätshilfe bereits in unterschiedlichen Situationen getestet, vom Laufen über hügeligen Waldboden bis hin zum Treppensteigen. Aktuell wird das Flexleg von ausgewählten Patienten erprobt, in den Handel könnte es noch diesen Sommer kommen.

Ganz ohne Konkurrenz ist Flexleg allerdings nicht: So arbeiten auch die Hersteller von Krücken an optimierten Designs, die die traditionelle Technik alt aussehen lassen. So erlauben die Mobilegs von Mobi eine bequemere Platzierung der Krücken unter den Armen und reduzieren das Risiko sekundärer Verletzungen etwa von Gelenknerven. Über den Hauptvorteil der Flexlegs verfügen sie allerdings nicht – sie sind nicht freihändig nutzbar. Dafür helfen sie auch bei Verletzungen von Knie und Oberschenkel. Flexleg sollte außerdem nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingesetzt werden, da sich die Technik nicht für jede Art von Verletzung der unteren Extremitäten eignet.

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(bsc)