Forscher wollen Zukunft der Banane sicherstellen
Gentechnik als Antwort für das auf längere Sicht vom Aussterben bedrohte Gewächs?
Auch für viele Geeks gehört sie zum praktischen Fruchtsnack-Repertoire: Die klassische Banane. In vielen Ländern Afrikas zählt das gebogene Gewächs darüber hinaus in Form ihrer Koch-Variante zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Das Problem: Bananen sind von sich aus steril und werden von Züchtern deshalb geschlechtlos "geklont". Das führt zu einer mangelnden Biodiversität und damit auch zu einer höheren Anfälligkeit gegenüber Krankheiten.
In den Sechzigerjahren erwischte es so die einstige Export-Hauptsorte "Gros Michel" – ein Bodenpilz, die so genannte "Panama-Erkrankung", machte ihr den Garaus. Das aktuelle Hauptproblem ist ebenfalls ein Pilz: Der "Black Sigatoka", der die Blätter der Pflanze schwarz färbt und sie absterben lässt. Er wird aktuell mit teuren Fungiziden bekämpft. Die Entwicklung resistenter Sorten mit herkömmlichen Methoden kommt Forschern zufolge hingegen kaum voran.
Ein möglicher Ansatz ist nun die Gentechnik. Am "Kawanda Agricultural Research Institute" in Uganda – in dem afrikanischen Land stellt die Kochbanane das Grundnahrungsmittel von 10 Millionen Menschen dar – wird derzeit mit einem Reisgen experimentiert, das dem Pilzbefall keine Chance lassen soll. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen besteht bei der Banane zumindest keine unkontrollierte Gefahr der Weitergabe der menschengemachten Mutation an andere Arten – sie ist ja steril, nur der Züchter entwickelt neue Pflanzen. Ob das Reisgen in der Banane auch wirklich unschädlich für den Menschen ist, muss sich allerdings noch herausstellen.
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(bsc)