Ideen sammeln für die NSA

US-Geheimdienste orientieren sich am erfolgreichen Beispiel CIA und verwenden Risiko-Kapitalfirmen und Inkubatoren, um innovative junge Unternehmen anzuziehen.

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In den Vereinigten Staaten boomt das Geschäft mit dem Heimatschutz. Sicherheitsbehörden, Nachrichtendienste und Rüstungskonzerne versuchen, über Inkubatoren und Risikokapital-Ableger junge, viel versprechende Firmen anzuziehen. So hat der Venture-Kapital-Ableger der CIA im Silicon Valley In-Q-Tel seit 1999 rund 130 Millionen Dollar in mehr als 80 Unternehmen angelegt. Daraus hat der Nachrichtendienst laut In-Q-Tel-Chef Gilman Louie nicht nur eine durchschnittliche Rendite von 26 Prozent erwirtschaftet, sondern auch rund 100 neue Technologien in die Spionagebehörde integriert.

Gegenüber Technolgy Review aktuell erläutert der Chef des nach eigenen Angaben ersten Inkubators für Heimatschutztechnologien, des Chesapeake Innovation Center (CIC), wie das Modell funktioniert: Die NSA, die größte Spionagebehörde der Welt, hat dem CIC bislang 445.000 US-Dollar zur Verfügung gestellt, um neue Technologien zu sichten und an Regierungsstellen weiterzuempfehlen. "Der Vertrag mit der NSA war ein voller Erfolg. Andere drücken Technik in den Markt, wir funktionieren dagegen wie ein Magnet", sagt Elstner.

Wie viele dieser Kontakte zu handfesten Verträgen geführt haben, kann Elstner jedoch nicht abschätzen. "Die Gespräche bei Regierungsverträgen dauern ihre Zeit. Die NSA ist in so viele Silos unterteilt, dass selbst eine gute neue Technologie sechs bis zwölf Monate braucht, bis sie dort integriert ist." Seit dem Start des CIC Ende 2003 habe seine Vermarktung von Innovationen an Armee und Agenten aber rund 110 Millionen Dollar an Investitionen hereingeholt.

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