T-Online-Aktien voraussichtlich mehrfach ĂĽberzeichnet
In Finanz- und Börsenkreisen wird mindestens eine sechs- bis siebenfache Überzeichnung der T-Online-Aktie erwartet.
Beim Börsengang von T-Online werden voraussichtlich viele Anleger leer ausgehen oder deutlich weniger Aktien erhalten als sie bestellt haben. Drei Tage vor Ablauf der Zeichnungsfrist für Privatanleger deutet sich eine mehrfache Überzeichnung der Emission an. Die Nachfrage nach den Papieren sei sehr groß, sagte ein Sprecher der Dresdner Bank am Montag in Frankfurt. Ähnlich äußerten sich auch die Commerzbank und die Deutsche Bank. Genauere Angaben wollten sie aber nicht machen.
In Finanz- und Börsenkreisen wird mindestens eine sechs- bis siebenfache Überzeichnung erwartet. Privatanleger können noch bis zu diesem Mittwoch Aktien der Telekom-Tochter bei ihren Banken ordern. Insgesamt bietet der Telefonriese im Zuge einer Kapitalerhöhung rund 100 Millionen T-Online-Aktien. Davon sind die Hälfte für Privatanleger reserviert. Die Preisspanne liegt zwischen 26 und 32 Euro. Der endgültige Ausgabekurs wird kurz vor dem Börsenstart am 17. April bekannt gegeben.
Das zunehmende Interesse an T-Online-Aktien zeigt sich auch am grauen Markt. Dort wurden die Papiere des größten Online-Dienstes in Europa (5,3 Millionen Kunden) am Montag zu einem Preis zwischen 38 und 40 Euro gehandelt. In den ersten Tagen der Zeichnungsfrist hatten die Kurse – unter anderem bedingt durch den weltweiten Einbruch von Technologiewerten – noch deutlich darunter gelegen. "Es wird zu einer Überzeichnung kommen, weil sich Chancen auf Zeichnungsgewinne bieten", sagte Michael Schatzschneider, Telekom-Analyst bei der Frankfurter BHF-Bank.
Die Resonanz sei bei allen Kunden- und Altersgruppen nach wie vor gut, hieß es bei der Commerzbank. Anders als beim Börsengang der Siemenstochter Infineon laufe die Zeichnung von T-Online "unaufgeregt". Kundenberater gehen davon aus, dass kurz vor Ende der Zeichnungsfrist die Bestellungen nach T-Online-Aktien noch einmal kräftig anziehen werden. Eine Stabilisierung der Börse würde hierzu ebenfalls beitragen. Bei Infineon hatte die Börseneuphorie zu einer 33-fachen Überzeichnung geführt.
In der Branche wird davon ausgegangen, dass die T-Online-Papiere zu einem Preis von 32 Euro auf den Markt kommen werden. Damit hätte die Telekom die Preisspanne voll ausgenutzt. Vor einigen Wochen war noch mit einem möglichen Ausgabepreis von 50 Euro gerechnet worden. Die Telekom habe ganz bewusst nicht das Maximum herausholen wollen, um Spielraum für eine positive Kursentwicklung zu schaffen, sagte Vorstandschef Ron Sommer in der vergangenen Woche. (dpa) (jk)