DDR3-Preise bleiben im Aufwind

Nach wie vor wartet die Speicherbranche auf den prognostizierten Preiseinbruch. Aktuell tendieren die HEKs jedoch aufwärts – beeinflusst durch den Dollarkurs. Für die Sommermonate wird aber weiter mit sinkenden Kursen gerechnet.

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Von
  • Karl Fröhlich

Entgegen den Erwartungen entwickeln sich die HEKs für Speichermodule nach oben. Im 4-Wochen-Rückblick steigen die Preise für DDR1333-Module um 4 bis 6 Prozent an. Für einen 4-GByte-Markenriegel müssen Fachhändler in der KW 23 ab zirka 17,75 Euro veranschlagen. Zum Vergleich: in der ersten Januarwoche lagen die Kurse noch bei etwas über 15 Euro. Der Preissprung hält sich daher in Grenzen, vor allem gegenüber dem Vorjahr. In der KW 23/2011 war der HEK mit zirka 25 Euro noch rund 30 Prozent teurer.

Während ältere DDR2-Speicher wieder etwas günstiger erhältlich sind, steigen die HEKs für DDR3 im Schnitt leicht an.

Nimmt man 2011 als Maßstab, könnten die Preise noch einmal leicht nachgeben, um sich dann bis in den August hinein seitwärts zu bewegen. Für den deutschen Markt lässt sich die Nachfrage als stabil bezeichnen. Wobei das Geschäft seit den Pfingstfeiertagen ruhiger geworden ist. Handel und Distribution hoffen, dass die Nachfrage kurzfristig noch einmal anzieht, bevor Ende Juni, Anfang Juli die Sommerferien-Saison beginnt. Kritiker gehen davon aus, dass ein Kaufanreiz nur über den Preis gesetzt werden kann. Erste Ansätze seien im Prinzip schon zu sehen, allerdings kaschiert der Dollarkurs derzeit die eigentliche Entwicklung.

Chen Li-Pai, Chairman des Speicherherstellers Adata Technology, erklärte beispielsweise gegenüber der Online-Ausgabe der China Post, dass sich die Contract-Preise ab Juli nach unten entwickeln werden, während sich der Spot-Markt wieder spürbar nach oben bewege. Das Branchenportal DRAMexchange sieht den Contract-Markt ebenfalls rückläufig. Insgesamt wird man aber abwarten müssen, wie das Segment den Ausfall des insolventen Herstellers Elpida übersteht. Bisher konnten die Speicherhersteller keine signifikanten Preiserhöhungen gegenüber OEMs durchsetzen. Diese seien zudem gut gerüstet. Das Speicherlager der PC-OEMs sei derzeit auf drei bis vier Wochen ausgelegt. Taiwanische Produzenten hätten sogar einen Vorrat, der für zwei Monate ausreicht. Daher kann der Markt in den kommenden Wochen eher auf Preisreduzierungen setzen. Verfügbarkeitsprobleme gibt es aktuell nicht.

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Bei der Preisbeobachtung unterstützten uns:

Also-Actebis AG
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH

Nach oben geht es diese Woche mit dem durchschnittlichen Angebotspreis im Onlinehandel. Gegenüber der Vorwoche vermeldet das heise resale Preisradar einen sechsprozentigen Anstieg auf 50,45 Euro (brutto). In der KW 16 lag der Durchschnitt noch bei 45,29 Euro. Die am meisten gesuchten Speichermodule sind in der KW 23 die 8-GByte-Kits Teamgroup Elite PC3-10667U (DDR1333/32,60 Euro) und G.Skill PC3-10667U (DDR1333/32,03 Euro) sowie die beiden Corsair-Speicher Vengeance Low Profile (DDR3-1600/47,28 Euro) und Vengeance schwarz (DDR3-1600/41,90 Euro). Das teuerste Modul im Ranking bleibt ist das 16-GByte-Kit Corsair Vengeance Low Profile schwarz PC3-12800U, das gegenüber der KW 19 mit rund 108 Euro etwas teurer wurde. Dagegen verzeichnet mit dem Kingston ValueRAM 4GB PC3-10667U (DDR3-1333) das günstigste Modul einen Abschlag von zehn Prozent und kostet aktuell nicht ganz 14 Euro. (map)