FCC hat Bedenken gegen Handynutzung während des Flugs

Möglicherweise werden Mobiltelefonate über den US-amerikanischen Wolken doch nicht erlaubt. Die zuständige Regulierungsbehörde hat technische Einwände.

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Die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) räumt Bedenken gegen die Freigabe von Mobiltelefonaten in Flugzeugen ein. Laut New York Times reagiert sie damit aber nicht auf hunderte Eingaben und von der Zeitung dokumentierte Bedenken von besorgten Flugpassagieren, ihnen könnte die Ruhe über den Wolken genommen werden. FCC-Chef Kevin J. Martin hat vielmehr technische Einwände. Es sei unklar, ob die Netze am Boden mit den Anrufen zurande kommen, da sich die Anrufer in großer Höhe mit hoher Geschwindigkeit bewegten. Dafür seien die Netze nicht ausgelegt.

Momentan ist in den USA das Telefonieren in Flugzeugen nach dem Abheben verboten. Die FCC prüft derzeit, dieses Verbot aufzuheben. Eine technische Voraussetzung wäre der Einsatz von Pico-Zellen. Dabei sammelt eine Basisstation an Bord alle Telefonsignale und leitet sie an den Boden weiter.

Auch das Bundesverkehrsministerium arbeitet an einer Neufassung der Luftfahrzeug-Elektronik-Betriebsverordnung (LuftEBV). Die arabische Fluggesellschaft Emirates erlaubt als erste die Handynutzung an Bord, der irische Billigflieger Ryanair will bis Mitte des Jahres folgen.

Falls die FCC trotz aller Bedenken dennoch Mobiltelefonate während des Fluges in den USA erlaubte, hätten die Federal Aviation Administration (FAA) und die Fluggesellschaften das letzte Wort. Während sich die FCC wegen möglicher Interferenzen des Luftfahrtmobilfunks mit dem übrigen Mobilfunk sorgt, hegte die FAA bisher Sicherheitsbedenken. Ob die Fluggesellschaften schließlich ihren Passagieren das Telefonieren über den Wolken erlauben, steht wegen der möglichen psychosozialen Folgen noch stark zur Diskussion. (anw)