Bericht: Lothar Späth soll bei Entlassung des Infineon-Finanzchefs vermitteln

Bei der Entlassung des erst seit April amtierenden Finanzchefs Rüdiger Günther gibt es Streit um die Modalitäten der Vertragsauflösung. Der Ex-Ministerpräsident Lothar Späth soll jetzt vermitteln.

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Die Entlassung des nur wenige Monate amtierenden Infineon-Finanzchefs Rüdiger Günther geht offenbar nicht reibungslos über die Bühne. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe (Montag) berichtet, soll der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der CDU-Politiker Lothar Späth, jetzt als neutraler Vermittler eingeschaltet werden. Die Verhandlungen über die Modalitäten der Vertragsauflösung hätten sich tagelang ohne Ergebnis hingezogen, schreibt das Magazin. Die Gespräche über eine einvernehmliche Trennung seien gescheitert, Günther wolle die Kündigung nicht akzeptieren und fordere die Auszahlung fast der ganzen ihm aus seinem Dreijahresvertrag zustehenden Bezüge.

Späth, der nach seiner Politikkarriere unter anderem vier Jahre das Unternehmen Jenoptik geleitet hatte, solle nun die Wogen glätten und verhindern, das die Trennung von Günther wie im Falle des Ex-Infineon-Chefs Ulrich Schumacher zu einer öffentlichen Schlammschlacht kommt. Der Chiphersteller hatte sich im Frühjahr 2004 von Schumacher getrennt. Danach war es zu einem in der Öffentlichkeit und vor Gericht ausgetragenen Streit um die Abfindung des Managers gekommen.

Über die vorzeitige Abberufung Günthers war bereits in der vergangenen Woche spekuliert worden. Am Montag hatte Infineon die Trennung dann offiziell bestätigt und Günthers Vorgänger Peter Fischl aus dem Ruhestand geholt. Der Aufsichtsrat hatte sich entschieden, Günther "auf Grund der nicht zu überbrückenden Differenzen" nach nur drei Monaten im Amt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zu entbinden. Fischl soll das Finanzressort nur vorübergehend führen, bis ein Nachfolger gefunden ist. (vbr)