Smartphone hilft bei gesunder Ernährung

Das Start-up Massive Health hat eine Online-Datenbank mit dem Essverhalten von 100.000 Nutzern aufgebaut. Daraus sollen nun Apps werden, die ungesundes Verhalten bekämpfen helfen.

vorlesen Druckansicht 81 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Eigentlich erinnert die iPhone-App The Eatery auf den ersten Blick an Programme wie die populäre Fotoanwendung Instagram – Nutzer verwenden sie, um tagtäglich Schnappschüsse anzufertigen. Die Besonderheit: Die User knipsen mit der Anwendung alles, was sie zwischen morgens und abends essen und führen so Buch. Gleichzeitig können sie auch dem Essverhalten anderer Nutzer folgen und bewerten, für wie gesund sie deren Mahlzeiten halten. Der dabei mittlerweile entstandene Datenschatz ist gewaltig: So gibt es allein 7,7 Millionen Bewertungen für 500.000 Essen. Daraus wollen die Macher, das Start-up Massive Health, nun ein Nachfolgeprojekt erstellen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Eine App, die Nutzern datenbankgestützt hilft, einen besseren Lebenswandel zu pflegen.

"Wir fanden heraus, dass die Leute Stunde für Stunde ungesünder essen", sagt Massive-Health-Mitbegründer Aza Raskin, der zuvor unter anderem am Browser Firefox mitgearbeitet hat. Das lasse sich sofort in eine Strategie umsetzen. "Wenn man überlegt, ob man um 12 oder um 14 Uhr sein Mittagessen einnimmt, sollte man es lieber früher tun." Um 14 Uhr sei die Nahung im Schnitt 4 Prozent ungesünder gewesen. Die neue App könne dann beispielsweise einen Hinweis geben, doch etwas früher zu speisen und zeigen, wie viele Kalorien man potenziell spart.

Raskin zufolge arbeitet Massive Health bereits an verschiedenen Ansätzen. Zu den Ideen gehören Apps, die die medizinische Behandlung ernster Krankheiten, bei der der persönliche Lebenswandel eine wichtige Rolle spielt, ergänzen sollen – beispielsweise Diabetes. Schon das Erfassen der Nahrung an sich kann helfen. Nach einem Monat mit The Eatery verbesserte sich die Diät der Nutzer um durchschnittlich 8 Prozent. "Wenn man jemanden rechtzeitig dazu bewegt, etwas zu ändern, werden aus 8 Prozent vielleicht 20, 30 oder 40 Prozent", sagt Raskin.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)