Toshiba legt Patentstreit bei und zahlt 288 Millionen US-Dollar
Der langjährige Streit zwischen dem japanischen Elektronikkonzern und dem amerikanischen Speicherhersteller Lexar ist beendet. Toshiba zahlt für das genutzte geistige Eigentum.
Mit einer Zahlung in Höhe von 288 Millionen US-Dollar zieht Toshiba einen Schlussstrich unter die jahrelangen Auseinandersetzungen mit Lexar, berichtet das Wall Street Journal. Der japanische Elektronikkonzern konnte mit Micron eine Einigung finden, die einen komplizierten gerichtlichen Prozess im aktuellen Streitfall um NAND-Patente vermeiden hilft.
Micron hatte den Flashmedien-Hersteller Lexar Anfang dieses Jahres übernommen. Toshiba erwirbt nun verschiedene Patente zu Chip-Technik von Micron und wird Lizenzen für Patente aus dem Lexar-Vermächtnis zahlen.
Lexar und Toshiba hatten ursprünglich 1996 eine Kooperation in der Entwicklung von Speicherbausteinen angepeilt. Der japanische Konzern soll jedoch die von Lexar zur Verfügung gestellten Techniken auch dessen Konkurrenten Sandisk preisgegeben haben. Anfang 2005 konnte Lexar dann einen ersten Erfolg verbuchen: Die US-Tochter des japanischen Konzerns musste eine Strafe in Höhe von 380 Millionen US-Dollar zahlen.
Wie schon damals sind Toshiba und Sandisk auch heute noch enge Partner im Flash-Speichermarkt. Im April kündigten beide Hersteller an, rund 500 Millionen US-Dollar in eine gemeinsame Fertigung von NAND-Speichern in Japan investieren zu wollen. Toshiba ist aktuell die weltweite Nummer zwei in diesem Segment hinter Samsung. Der Konzern will seine Kapazitäten jedoch weiter ausbauen, da insbesondere für den NAND-Markt hohe Wachstumsraten für die Zukunft prognostiziert werden. (map)