IBM friert US-Betriebsrentenplan ab 2008 ein
Bei IBMs Pensionssystem handelt es sich um einen der größten US-Betriebsrentenpläne. Das Einfrieren ist Teil eines weltweiten Sparprogramms.
Der weltgrößte Computerkonzern IBM friert ab 2008 seinen derzeitigen US-Betriebsrentenplan mit einem Gesamtvermögen von 48 Milliarden Dollar ein. Dies hat IBM am Donnerstag nach Börsenschluss mitgeteilt. Es handelt sich um einen der größten US-Betriebsrentenpläne.
IBM rechnet damit, dass die Gesellschaft "gemeinsam mit den für 2006 in Erwägung gezogenen Veränderungen zu den Pensionsplänen in mehreren anderen Ländern" im laufenden Jahr weltweit 450 bis 500 Millionen Dollar an Pensionskosten einsparen wird und für den Zeitraum 2006/2010 insgesamt 2,5 bis 3 Milliarden Dollar. IBM gab nicht bekannt, in welchen Ländern Pensionsänderungen geplant sind und wie sie ausfallen werden. Das Unternehmen erwartet für das vierte Quartal 2005 wegen dieser Änderungen eine Sonderbelastung von 270 Millionen Dollar.
Die 125.000 gegenwärtigen IBM-Betriebsrentner in den USA sind von den Änderungen nicht betroffen. Mitarbeiter und Beschäftigte, die vor dem 1. Januar 2008 in Ruhestand gehen, sind ebenfalls nicht betroffen. IBM hat in den USA nach einem Bericht der "New York Times" derzeit 117.000 Mitarbeiter. Weltweit arbeiten knapp 330.000 Menschen bei IBM.
Der Computerriese will seinen US-Bediensteten ab 2008 als Ersatz höhere Firmenzuschüsse für so genannte 401k-Pensionspläne anbieten. Bei diesen steuerlich begünstigten Vorsorgeplänen für das Alter zahlen die Beschäftigten von US-Unternehmen selbst einen bestimmten Prozentsatz ihrer Löhne und Gehälter ein und erhalten von vielen Unternehmen hierzu Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe.
Der bisherige traditionelle Betriebsrentenplan von IBM brachte den amerikanischen Bediensteten für jedes Jahr zusätzlicher Betriebszugehörigkeit mehr Betriebsrente ein. Im Fall von Konkursen oder Zahlungsunfähigkeit gibt es eine staatliche Garantiebehörde, die beispielsweise bei den serienweisen Konkursen in der Stahlindustrie und teilweise auch bei den Fluggesellschaften bei Betriebsrenten eingesprungen war. Die künftigen 401k-Pläne sind nicht staatlich garantiert. Somit wälzen die US-Unternehmen das Risiko auf die Mitarbeiter ab und begrenzen ihre eigenen Pensionskosten. In der Autoindustrie stöhnen General Motors, Ford und Chrysler unter ihren gewaltigen Betriebsrentenkosten, da die Zahl der US-Mitarbeiter angesichts schrumpfender oder stagnierender Absatzzahlen immer geringer und die Zahl der Betriebsrentner immer größer wird.
IBM war vor einigen Jahren von älteren Mitarbeitern wegen angeblich diskriminierender Betriebsrentenplan-Änderungen verklagt worden und hatte in erster Instanz verloren. Dies könnte das Unternehmen möglicherweise bis zu 1,4 Milliarden Dollar kosten, falls es in einem Berufungsverfahren verlieren sollte. (dpa) (jk)