Australisches Konsortium will Immobilienscout24 übernehmen
Ein Konsortium um die australische Macquarie Bank bietet 357 Millionen Euro für zwei Drittel der Anteile an dem Internetportal Immobilienscout24. Die Deutsche Telekom hat allerdings noch ein Wörtchen mitzureden.
Die Wiesbadener Aareal Bank will ihre Mehrheitsanteile am Internetportal Immobilienscout24 an ein Konsortium um die australische Macquarie Bank Limited und den Medienkonzern Publishing and Broadcasting Limited (PBL) verkaufen. Dem Konsortium sollen zwei Drittel der Anteile (66,22 Prozent) am führenden deutschen Immobilien-Portal 357 Millionen Euro wert sein. Eine endgültige Entscheidung über den Verkauf steht allerdings noch aus, da die Deutsche Telekom ein Vorkaufsrecht besitzt. Über ihre Tochtergesellschaft Scout24 Holding hält die Telekom 33,1 Prozent an dem Internetportal. Laut Finanzkreisen hat die Telekom vier Wochen Zeit, um zu entscheiden, ob sie selbst die Anteile übernehmen will.
Dem Verkaufspreis liege ein Unternehmenswert von 540 Millionen Euro zugrunde, teilte die Aareal Bank mit. Im Frühjahr hatte die auf Immobilienfinanzierungen spezialisierte Bank ihren Anteil an dem Portal von 30,5 auf 54,2 Prozent erhöht und anschließend weiter zugekauft. Das Engagement wurde aber stets als "reines Finanzinvestment" bezeichnet. Das durch den Verkauf erzielte Kapital werde in den Ausbau des Kerngeschäfts investiert, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Aareal Bank, Wolf Schumacher. Für eine Beteiligung an Immobilienscout24 hatten sich auch die Axel Springer AG, der Holtzbrinck-Verlag sowie verschiedene Finanzinvestoren interessiert. Springer erachtete die Bewertung des Portals jedoch als "unangemessen hoch" und zog sich aus dem Bieterverfahren zurück. (pmz)