Bericht: Arcor verhandelt mit Medion über Kooperation
Aldi-PCs könnten künftig zusammen mit DSL-Anschlüssen von Arcor verkauft werden, wenn die Gespräche Erfolg haben, berichtet die "Financial Times Deutschland".
Der Festnetzanbieter Arcor spricht der Financial Times Deutschland zufolge mit dem Computerhersteller Medion über eine Kooperation. Die so genannten Aldi-PCs könnten künftig mit DSL-Anschlüssen der Vodafone-Tochter verkauft werden, heißt es in dem Bericht. Denkbar sei beim Ausloten neuer Vertriebsmöglichkeiten, dass Arcor in Zukunft seine Produkte als Großhändler an Dritte weiterverkaufe.
Arcor war bislang nach der Deutschen Telekom und United Internet der drittgrößte deutsche DSL-Anbieter. Vorige Woche hat sich Telecom Italia das deutsche Anschlussgeschäft von AOL gesichert und fügt seiner Tochter Hansenet rund 2 Millionen Breitbandkunden hinzu. Dadurch ziehe Hansenet an Arcor vorbei, heißt es in dem Bericht. Er zitiert Arcor-Vorstandschef Harald Stöber mit den Worten, eine Konsolidierung unter den DSL-Anbietern sei unausweichlich. Zu Spekulationen, Vodafone werde die Marke Arcor einstampfen und die deutsche Festnetztochter in den Konzern integrieren, sagte Stöber, dafür gebe es im Moment keine Anzeichen. Vodafone sei als Festnetzmarke in Deutschland völlig unbekannt.
Arcor entwickle zurzeit eine IPTV-Plattform. Erste Details würden voraussichtlich auf der CeBIT 2007 vorgestellt. "Wir arbeiten im Moment mit Hochdruck daran, das Ding zum Fliegen zu bringen", sagte Stöber laut dem Bericht. Trotz des Vorsprungs von Telekom und Hansenet auf diesem Gebiet sieht sich der Arcor-Chef nicht unter Zeitdruck. "Im Moment besteht keine Notwendigkeit, das Produkt überstürzt einzuführen. Wir kommunizieren es erst, wenn es einwandfrei funktioniert, ansonsten macht man sich lächerlich." (anw)