Handy-Klau: Sperrstandard gesucht

Gleich mehrere Firmen arbeiten an Anti-Diebstahl-Technologien, die beim Verlust von Mobiltelefonen greifen. Doch noch herrscht Inkompatibilität zwischen den Netzbetreibern.

vorlesen Druckansicht 109 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Wieviel Ärger ein gestohlenes Handy bereiten kann, weiß man dummerweise meistens erst dann, wenn es wirklich weg ist. Die Unannehmlichkeiten gehen oft weit über den rein materiellen Wert des Gerätes hinaus – etwa, wenn der Verlust spät bemerkt wird und der Dieb vor der Sperrung der SIM-Karte schon für mehrere Hundert Euro teure Auslandstelefonate führen konnte.

Um das künftig zu verhindern, arbeiten gleich mehrere Unternehmen an Techniken, die das Mobiltelefon bei Verlust unknackbar sperren sollen, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Problem: Noch herrscht ein Durcheinander der Inkompatibilitäten.

So setzt Vodafone etwa auf ein Diebstahl-Register namens Equipment Identity Register (EIR). "Sobald jemand versucht, mit diesem Handy in einem EIR-gestützten Netz ein Gespräch zu führen, wird beim Authentisierungs-Prozess bei der Einbuchung das Mobiltelefon vom Netzbetreiber abgewiesen", erläutert Marion Stolzenwald, Sprecherin des Providers. Dummerweise ist allerdings nur Vodafone selbst Betreiber eines EIR in Deutschland. Das heißt, dass ein Dieb auch nach einem Eintrag in das Verzeichnis das Mobiltelefon zum Telefonieren verwenden kann – dann eben in anderen Netzen.

Alternative Konzepte zur Vermeidung von Handydiebstahl setzen daher darauf, das Gerät nur für den Eigentümer nutzbar zu machen. Wird das P903i von Panasonic etwa zu lange von seinem Besitzer getrennt, deaktiviert sich das Handy selbst – und wird so für den Klauer unbrauchbar. In Deutschland wird das Gerät allerdings noch nicht angeboten – nur im NTT Docomo-Netz in Japan funktioniert die Kombination aus Wireless-ID-Karte und Mobiltelefon bereits. Reißt das Funkkontakt zwischen der in Geldbeutel oder Jackentasche getragenen ID-Karte und Telefon dauerhaft ab, deaktiviert sich das P903i einfach von selbst.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)