Vermittlungsservice fĂĽr Kultfiguren
Klangvolle Namen von Fußballteams, bekannte Figuren aus Comics oder Fernsehserien: Dergleichen kann, wenn es in Spielen erscheint, die Geldbörsen zahlender Teilnehmer öffnen. Eine neue B2B-Plattform will Spielemacher und Rechteinhaber zusammenbringen.
Mit ihrem "Marketplace" hat die Hamburger Firma Iconicfuture eine neue Plattform ins Netz gestellt, die Akteure aus der Spielebranche und potenzielle Lizenzgeber für sogenannte "Branded Virtual Items" in Spielen zusammenbringen soll. Dabei geht es um Marken- beziehungsweise Geschmacksmusterrechte an Figuren, Fußballvereinen, Logos und anderen Elementen, die in prominenter Form in einem Spiel platziert werden können.
Die Geschäftsidee von Iconicfuture macht sich an einer Beobachtung fest: Mit dem massenhaften Aufkommen von Free-to-Play-Browser- und Download-Games sowie mobilen Gelegenheitsspielchen haben Spielbetreiber entdeckt, dass die Verwendung bekannter Figuren, etwa aus Comics oder Fernsehserien, ein Spiel aufwerten und ihm eine besondere Note verleihen kann. Dasselbe gilt für den Einsatz identitätsstiftender Logos, etwa von Sportvereinen.
(Bild:Â Iconicfuture.com)
Bei Free-to-Play-Titeln sind Teilnehmer gelegentlich bereit, etwas dafür zu zahlen, dass sie eine kultige, allgemein bekannte Figur steuern oder etwa ihrem Helden das Outfit ihrer Lieblingsmannschaft verpassen dürfen. Um diesen Effekt zu verstärken, sehen Spielbetreiber für solche speziellen Figuren oder Gegenstände besondere Spielinhalte vor, etwa Spezialräume, -missionen oder Zusatzanimationen. So ist beispielsweise Shaun das Schaf als Event-Sonderfigur ins Browserspiel "Farmerama" eingebaut worden, und dem Kater in der Tamagotchi-artigen Smartphone-App "Talking Tom Cat" kann der Nutzer Trikots bekannter Fußballklubs überziehen – natürlich kostenpflichtig. In beiden Fällen ist Iconicfuture vermittelnd tätig gewesen.
Wer für ein bestimmtes Spiel geeignete "Branded Virtual Items" sucht, kann sich beim neu eröffneten "Marketplace", der zunächst nur englischsprachig ist, kostenlos registrieren lassen. Um etwas Passendes zu finden, nutzen registrierte Teilnehmer entweder die direkte Stichwortsuche und blättern dann beispielsweise alle Vorschläge zu "Katzen", "Hunden" oder "Mode" durch, die der verschlagwortete Datenbestand liefert. Oder sie gehen den Weg über Checkbox-Masken, um die Art des gewünschten Spielprojekts einzugrenzen. Den Kontakt zu einem gewünschten Rechteinhaber stellt dann Iconicfuture her.
Bislang bemĂĽhen die Hamburger sich aktiv um kooperationswillige Rechteinhaber. Irgendwann, so ihre Vorstellung, soll das System sich aber so weit durchgesetzt haben, dass auch die Lizenzgeber ebenso wie die Spielemacher von selbst dazu greifen, um geeignete Kooperationspartner zu finden. (psz)