Nokia entwickelt Bluetooth-Alternative

Der Handy-Hersteller Nokia entwickelt eine Technik namens Wibree zur drahtlosen DatenĂĽbertragung im 2,4-GHz-Bereich.

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Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat eine Alternative zu Bluetooth vorgestellt. Sie soll bei kompakten Geräten wie Mobiltelefonen, Armbanduhren, Sportgeräten, drahtlosen Mäusen und Tastaturen zum Datenaustausch dienen. Nokia stellte die Technik anlässlich seines 20-jährigen Bestehens vor. Der Name Wibree besteht aus Wi für Wireless und Bree als Referenz an eine Stadt aus dem Fantasy-Epos "Herr der Ringe".

Vorteile der neuen Technik seien der sparsame Stromverbrauch, die geringen Herstellungskosten von nicht mehr als einem Euro pro Chip und die platzsparende Unterbringung. Allerdings spart das Verfahren auch bei der Bandbreite: Während Bluetooth mit bis zu 2,1 MBit/s funkt, ist mit Wibree bereits bei 1 MBit/s Schluss. Das Signal reicht laut Hersteller etwa fünf bis zehn Meter weit.

Insbesondere Kleingeräte sollen sich über Wibree mit dem Desktop-PC oder auch dem Mobiltelefon verbinden. Als eine mögliche Zielgruppe sieht Nokia Sportler: In einem Szenario synchronisiert ein Schrittzähler den Rhythmus des mitgeführten MP3-Players mit der Herzfrequenz eines Joggers. In einem Krankenhaus könnte Wibree den Puls und Blutdruck von Patienten übermitteln. Wibree-Chips sollen sich auch in Spielzeugroboter implantieren lassen, die dann drahtlos Pläne schmieden können.

Wie Bluetooth arbeitet auch der Newcomer im 2,4-GHz-Bereich. Die Wibree-Hardware ist wahlweise als Einzel- oder Dual-Mode-Chip konzipiert. Letzterer soll mit bestehenden Bluetooth-Lösungen kompatibel sein. Die Spezifikationen erarbeitet Nokia zusammen mit dem Sportgerätefabrikanten Suunto und dem Elektronikhersteller Taiyo Yuden. Sie sollen allerdings erst im zweiten Quartal 2007 veröffentlicht werden. (akr)