Unchain my bike ...

Fahrräder ohne Kette sind ja gar nicht mal selten. Aber noch niemand ist auf die Idee gekommen, die Kraftübertragung zwischen Fahrers Beinen und Boden per Generator, Kabel und Elektromotor zu bewerkstelligen

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Friedrichshafen, 29. August 2012 – Ein Fahrrad ohne Kette? Das hat es ja schon oft gegeben. Ein Pedelec ohne Verbindung zwischen Pedalen und Antriebsrad auch. Aber noch niemand ist auf die Idee gekommen, die Kraftübertragung zwischen Fahrers Beinen und Boden per Generator, Kabel und Elektromotor zu bewerkstelligen.

Genau das stellt Mando, ein koreanischer Automobilzulieferer nun bei seinem Pedelec auf der Eurobike 2012 in Friedrichshafen vor. Die Vorteile dieses Konzepts liegen auf der Hand: Das Pedelec ist in Sekunden sehr klein faltbar, weil dabei keine Rücksicht auf die Kette genommen werden muss. Eine nicht vorhandene Kette ist zudem keine Gefahr für die Hosenbeine und vermeidet die bekannten Schmutz- und Pannenprobleme.

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Auf den ersten Blick fällt noch gar nichts auf ...

Der Strom aus dem Akku treibt das Hinterrad, Beschleunigung und Geschwindigkeit steuert der Fahrer über einen Drehgriff am Lenker. Auf Wunsch lässt sich das Mando Footloose aber auch wie ein normales Fahrrad bewegen. Dann speist ein Generator im Tretlager-Gehäuse den Elektromotor. Das ist so nur möglich, weil eine intelligente Elektronik Motor und Generator den Kurbelbewegungen entsprechend steuert. Durch das aktive Aufladen lässt sich die Standard-Reichweite von 30 Kilometern weiter steigern. Man könnte das auch als seriellen Hybrid-Antrieb bezeichnen.

Weiter verfeinert wird der Antrieb durch eine automatische Gangschaltung und die sogenannte ECU (Electronic Control Unit). Diese Steuerung kann mithilfe integrierter Sensoren Straßenbeschaffenheit, Geschwindigkeit und Neigungen erkennen und regelt die Motorleistung entsprechend. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Steigungen bis zu 21% bewältigen, auch Handhabung und Bedienung werden deutlich vereinfacht. Dass die Steuereinheit einfach abgesteckt und mitgenommen werden kann, steigert ganz nebenbei sogar die Sicherheit.

Sollte Mando wirklich gelungen sein, bei der Kraftübertragung an den Wirkungsgrad einer gut geschmierten Kette (um 99 Prozent) heranzukommen, wäre das genial. Ansonsten bleibt der strampelnde Mensch auf dem Hybridbike allerdings klar in der Rolle eines Range Extenders. (fpi)