3-Stream-WLAN für Firmen

Einige Zeit nach den anderen Herstellern von WLAN-Basen für Firmeneinsatz kommt nun auch Lancom Systems mit bis zu 2×450 MBit/s schnellen Geräten auf den Markt und gibt ihnen nützliche neue Funktionen mit.

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Lancoms WLAN-Basis L-452 funkt mit zwei 3-Stream-Modulen parallel auf 2,4 und 5 GHz. Optional zwingt sie dualbandfähige Clients per Band Steering ins obere Band.

(Bild: Lancom Systems )

Ab sofort sollen zwei neue WLAN-Access-Points namens L-451agn und L-452agn von Lancom Systems im Handel erhältlich sein. Beide haben einen beschleunigten Hardware-Unterbau bekommen: Gegenüber der Vorgängerserie L-32x taktet der Embedded-Prozessor nun mit 800 MHz doppelt so schnell. Der 641 Euro (UVP) kostende L-451 enthält ein 3-Stream-Funkmodul, das gemäß IEEE 802.11n mit maximal 450 MBit/s brutto wahlweise im 2,4- oder 5-GHz-Band arbeitet. Das 891 Euro teure Schwestermodell enthält zwei Module, die auf beiden Bändern funken können; sinnvollerweise wählt man aber meistens Parallelbetrieb auf 2,4 und 5 GHz. Dabei konnten die Entwickler die Leistungsaufnahme so niedrig halten, dass der Dualmodul-AP noch per PoE (Power over Ethernet gemäß IEEE 802.3af, maximal 13 Watt) mit Energie übers LAN-Kabel versorgbar ist; kompatibel zum leistungsfähigeren PoE plus (IEEE 802.3at, max. 25 W) ist das Gerät gleichwohl.

Als besondere neue Funktion beherrscht der L-452 Band Steering: Er erkennt dualbandfähige Clients und verweigert diesen das Anmelden auf 2,4 GHz, sodass sie auf das meist freiere 5-GHz-Band ausweichen. Damit kann man das Spektrum besser ausnutzen und steigert die für alle verfügbare Bandbreite. Band Steering soll auch für ältere Lancom-APs mit zwei Funkmodulen als Firmware-Update erscheinen.

Der Spectral Scan erreicht zwar längst nicht die zeitliche und Frequenz-Auflösung eines echten Spektrumanalysators, deckt aber ohne Weiteres besonders belastete Funkkanäle auf.

(Bild: Lancom Systems )

Die zweite Neuerung ist der Betrieb als simpler Spektrumanalysator. Im "Spectral Scan"-Modus tastet ein WLAN-Modul fortlaufend alle Funkkanäle ab und zeigt die zeitliche Belegung als Wasserfalldiagramm. So findet man besonders stark genutzte Kanäle oder andere Funksysteme, die das WLAN beeinträchtigen. Derzeit lässt sich Spectral Scan nur exklusiv verwenden, man "verliert" also ein Funkmodul. Lancom Systems denkt aber darüber nach, ob das als Hintergrundprozess zu implementieren wäre.

Ferner soll die 11n-Option Space-Time Block Coding (STBC) Verbindungen zu kompatiblen Clients verbessern, die sich am Rand der Funkzelle befinden. Wieviel Mehrdurchsatz STBC dann im Schnitt bringt, konnte man im Gespräch mit uns aber nicht beziffern. (ea)