Cingular Wireless geht gegen Phone-Spammer vor
Der mit 57 Millionen Kunden größte Mobilfunker auf dem US-Markt hat Klagen gegen mehrere Telemarketing-Unternehmen eingereicht, die Cingular-Kunden mit automatisierter Telefon-Werbung belästigt haben sollen.
Der Marktführer unter den US-amerikanischen Mobilfunkern, Cingular Wireless, hat Klagen gegen mehrere Telemarketing-Unternehmen eingereicht, die Cingular-Kunden mit unerwünschten und nach dem Telephone Consumer Protection Act verbotenen Werbe-Telefonaten belästigt haben sollen. Unternehmensangaben zufolge nutzten die Firmen mit Sitz in Miami (Florida) und Seattle (Washington) automatische Anwahlsysteme, um aufgezeichnete Werbebotschaften (etwa zu vermeintlich kostenlosen Urlaubsreisen) abzusetzen. Kooperiert haben sollen sie dabei mit Firmen aus Kolumbien und der Dominikanischen Republik. Eigenen Angaben zufolge war Cingular Wireless bereits im August in selbiger Sache aktiv geworden und hatte Klage gegen Unbekannt eingereicht. Durch weitere Nachforschungen habe man schließlich die verantwortlichen Telemarketer identifizieren können.
In den Klagen stellt Cingular Anträge auf Erlass einstweiliger Verfügungen und verlangt Schadenersatz. Wie die Telemarketing-Firmen an große Datensätze mit Telefonnummern von Cingular-Kunden kamen, ist derzeit nicht bekannt. Zwar erklärt der Konzern auf seiner Website, dass automatische Anwahlsysteme Nummern nach dem Zufallsprinzip generieren könnten, wahrscheinlicher dürfte aber sein, dass der Phone-Spam eine Konsequenz des umstrittenen Handels mit Kundendaten ist. Anfang des Jahres hatte Cingular Wireless einstweilige Verfügungen gegen die Betreiber zweier Websites erwirkt, auf denen gegen Entgelt Informationen über Mobilfunkkunden und sogar Aufstellungen kompletter Verbindungsdaten abgerufen werden konnten. Diese Seiten sind inzwischen nicht mehr erreichbar. (pmz)