IFA

Über 40 Millionen Deutsche im Netz

Immer mehr Deutsche sind online - und nutzen das Internet immer noch vorwiegend zur Informationsbeschaffung. Die Oberen von ARD und ZDF nutzen dies als Argument für ihre Online-Aktivitäten.

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62,7 Prozent der deutschen Bevölkerung im Alter ab 14 Jahren haben momentan einen Zugang zum Internet. Das entspricht 40,8 Millionen Menschen, geht aus der jüngsten ARD/ZDF-Online-Studie (PDF-Datei) hervor. Für die Studie wurden im April 2007 in Deutschland 1820 Erwachsene befragt.

Vor zehn Jahren habe der Anteil der Internet-Nutzer in Deutschland noch 6,5 Prozent betragen. Allein im vergangenen Jahr seien 2,2 Millionen neue Anwender hinzugekommen. 57 Prozent der weiblichen Bevölkerung sei nun online gegenüber 52,4 Prozent im vergangenen Jahr. Unter den Menschen über 60 Jahre seien 25,1 Prozent im Internet. Dieser Anteil betrug vor einem Jahr noch 20,3 Prozent. Heute seien mit 5,1 Millionen Über-60-Jährigen mehr "Silver Surfer" im Netz als 14- bis 19-Jährige, die 4,9 Millionen ausmachen.

72 Prozent der Onliner nutzen laut Studie das Internet vorwiegend für die Informationsbeschaffung. Für 14 Prozent der Onliner stehe die Unterhaltung im Netz an erster Stelle. Wie vor einem Jahr nutzt ZDF-Intendant Markus Schächter diese Erkenntnis zur Werbung in eigener Sache: "Für uns als Medienunternehmen bedeutet dies, wir müssen Informationen in hoher Qualität verständlich und multimedial aufbereiten. Die aktuelle Version der Mediathek, die wir zur diesjährigen IFA gestartet haben, ist ein gutes Beispiel."

Die öffentlich-rechtliche Online-Offensive hat zur laufenden Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin erneut Unmut hervorgerufen. Schon die bestehenden Internetangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beeinträchtige die Vielfalt privatwirtschaftlich organisierter Medien in Deutschland nachhaltig, meinten beispielsweise die Präsidenten der Verlegerverbände. Schächter widersprach mit der Behauptung, das ZDF betreibe lediglich sein Kerngeschäft.

Auch der Intendant des Hessischen Rundfunks Helmut Reitze betont anlässlich der Vorstellung der Online-Studie, dass die Inhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf allen Plattformen präsent sein müssen. Die Menschen erwarteten dies und bekämen dies gebündelt in der "ARD-Mediathek" geboten, die ebenfalls auf der IFA vorgestellt wurde. (anw)