Prognose für das Q4: Steigender Speicherabsatz bei niedrigen HEKs
Die Speicher-Branche hofft immer auf steigende Preise. Erfüllt haben sich im Q3 auch die optimistischsten Erwartung nicht: HEKs und VKs fallen zum Teil um 26 Prozent. Im Q4 sollen die sinkenden Preise vor allem das Upgrade-Geschäft forcieren.
Die HEKs für Arbeitsspeicher befindet sich weiterhin im Abwärtstrend. Im Vergleich zur KW 33 Mitte August verlieren fast alle Speichertypen zwischen fünf und 15 Prozent. DDR3-1333-Module setzen sich in der KW 38 erstmals unter neun Euro fest. 8-GByte-Kits kaufen Reseller in Markenqualität nun bereits ab circa 27 Euro.
Anfang August kostete ein DDR3-1333-Kit mit 8 GByte noch rund 33 Euro, aktuell kaufen Händler nun schon für unter 27 Euro. Tendenz fallend.
"Das Geschäft mit DDR-RAMs verläuft im dritten Quartal im Verhältnis zum Q2 ansteigend, macht aber trotz niedriger EK-Preise keine großen Sprünge", erklärt Kay Stoll, Produktmanager RAM bei Devil. "Die HEKs sind weiter gesunken, der Währungskurs tut sein Übriges für ein flaches Preisniveau, so dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Umsatz eher stagniert."
"Das DRAM-Geschäft liegt weiterhin deutlich hinter dem Ergebnis von 2011 zurück", sagt Christian Marhöfer, Geschäftsführer bei Kingston Technology, gegenüber heise resale. "Ist man zu Beginn des Jahres noch von einem größeren Preissteigerungspotential im Q3 und Q4 2012 ausgegangen, haben die Preise mittlerweile doch wieder das niedrige Niveau von 2011 erreicht. Einen deutlicheren Einbruch gab es zudem bei der Nachfrage. Die Stückzahlen blieben im laufenden Jahr hinter denen von 2011 zurück. Erst in den vergangenen zwei Wochen gab es eine leichte Belebung." DDR1-RAMs sind nahezu komplett vom Markt verschwunden und spielen nur noch am Rande eine Rolle. Wie erwartet ist auch die Nachfrage nach DDR2 zurückgegangen. Jedoch entfallen immer noch rund 20 Prozent der verkauften Stückzahlen auf DDR2. "Und beim Umsatz sind es sogar 25 Prozent, aufgrund der mittlerweile höheren Durchschnittspreise für DDR2-Speicher", erläutert Marhöfer.
"Die Verfügbarkeit ist bei allen Produkten sehr gut", bestätigt Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution. "Am besten verkaufen sich derzeit DDR3-1333-Speicher mit 4 GByte sowie SO-DIMMs. Wir rechnen mit einer weiterhin stabilen Nachfrage bei leicht fallenden DDR3-Preisen. Mit Intels neuen Ivy-Bridge-Produkten wird die Nachfrage nach PC1600-Speichern unserer Meinung nach steigen."
VKs sinken im Q3 deutlich
Im heise resale Preisradar sinkt der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel für Speicher auf 37,57 Euro (brutto). In der KW 33 lag dieser noch bei knapp 47 und Anfang Juli noch bei 50 Euro. Das heißt, im dritten Quartal kaufen Endanwender im Schnitt 26 Prozent günstiger ein. Am meisten gesucht sind in der KW 38 die 8-GByte-Kits Corsair Vengeance Low Profile (DDR3-1600/34,10 Euro), G.Skill PC3-10667U (DDR1333/28,09 Euro), Corsair Vengeance schwarz (DDR3-1600/34,39 Euro), Teamgroup Elite PC3-10667U (DDR3-1333/29,31 Euro) sowie Kingston ValueRAM PC3-10667UE (DDR3-1333/30,47 Euro).
Chancen im Upgrade-Geschäft
"Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die aktuelle Situation auch zu Beginn des vierten Quartals unverändert bleibt", verkündet George Linardatos, Geschäftsführer bei Transcend. "Mit unvorhersehbaren Überraschungen auf der DRAM-/Flash-Anbieterseite ist jedoch immer zu rechnen. Wir empfehlen dem Handel, Bestellungen von Speichermodulen und Flash-Produkten (inklusive SSDs) zunächst auf kurzfristige Zeiträume auszurichten und von den leicht sinkenden Preisen zu profitieren."
Bei der Preisbeobachtung unterstützten uns:
ALSO Actebis GmbH
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH
Kingston-Geschäftsführer Marhöfer sieht die Entwicklung ähnlich: "Wir gehen für das Q4 von einer leicht steigenden Nachfrage bei weiterhin niedrigen Preisen aus. Dies gilt besonders für den großen Desktop- und Notebook-Sektor. Deutlich stabiler zeigen sich die Bereiche für Gaming- und für Server-Memory. Hier erwarten wir für das Q4, wie in den Vorjahren, eine gute Umsatzentwicklung." Speziell bei DDR2-Server-Upgrades sieht Marhöfer aufgrund der installierten Basis, noch ein gutes Potential und rechnet noch einmal mit steigenden Umsätzen. (map)