Virtuelle Einkaufszentren für Autobauer
Renault und Nissan beteiligen sich an der E-Commerce-Plattform der drei weltgrößten Autokonzerne – BMW und VW verweigern sich.
Renault und Nissan schwingen sich auf die Business-to-Business-Plattform der drei weltgrößten Autokonzerne Ford, General Motors und DaimlerChrysler – BMW und VW verweigern sich. Die drei größten Autokonzerne der Welt hatten bereits Ende Februar ein gemeinsames Internet-Unternehmen für ihren Einkauf von Zulieferteilen angekündigt. Der französische Autohersteller Renault teilte am Freitag in Paris mit, dass es sich um die größte Online-Plattform für Autokonzerne auf der einen sowie Zulieferer und Ausrüster auf der anderen Seite handle. Renault und Nissan schätzen, dass auf dem gemeinsamen virtuellen Marktplatz Umsätze von mehr als einer Billion US-Dollar gemacht werden könnten. Mit der Automobil-Plattform werde weltweit der größte elektronische Marktplatz geschaffen.
BMW und VW kochen indessen ihr eigenes Süppchen. BMW hat vor kurzem mit dem B2B-Anbieter Ariba ein Abkommen zum Aufbau seiner eigenen globalen Handelsplattform geschlossen und will damit im dritten Quartal dieses Jahres in Deutschland online gehen. Zunächst wollen die Münchener nur den technischen Einkauf mit einer bestimmten Anzahl von Zulieferern über die Plattform abwickeln. Später soll das Spektrum auf alle Geschäftsprozesse weltweit erweitert werden. Die größten Vorteile eines solchen Marktplatzes sieht BMW-Sprecher Dinner darin, Prozesskosten einzusparen. Aus einer Zusammenarbeit mit anderen Herstellern ergäben sich nur bedingt Einsparungsmöglichkeiten, da gerade beim Materialeinkauf jeder Autobauer unterschiedliche Teile benötige. Auch VW arbeitet zusammen mit Ariba an der Realisierung einer eigenständigen Business-to-Business-Plattform; beteiligt sind hier außerdem noch IBM und das US-amerikanische Softwareunternehmen I2. Wesentliche Teile des Projekts sollen in der ersten Hälfte nächsten Jahres abgeschlossen sein. (atr)