Kochen mit Betriebssystem

Das Smartphone verändert alles. Ich meine wirklich alles. Jetzt werden sogar schon Küchenherde wie Smartphones bedient.

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Das Smartphone verändert alles. Ich meine wirklich alles. Jetzt werden sogar schon Küchenherde wie Smartphones bedient.

Kein Scherz: Siemens hat auf der IFA ein Kochfeld gezeigt, das mit 48 untereinander verkoppelten Mikroinduktoren vollgepflastert ist. Das Kochfeld erkennt automatisch, wo die Töpfe stehen, und stellt die Position der Töpfe dar auf einem … na? Richtig, einem integrierten Touchdisplay-Feld. „Kochen wie auf dem iPhone“ haben die Kollegen geschrieben. Schon klar.

Natürlich heizt die Platte nur an den Stellen, wo auch die Töpfe stehen. Wenn ich Topf oder Pfanne verschiebe, weil ich zum Beispiel hektisch pfannenrühre, wandert die Kochstelle mit. Wenn das der Tesla noch erlebt hätte. Alles touch, haptisch und extrem intuitiv.

Allerdings kann man maximal vier Töpfe oder Pfannen benutzen, weil - behauptet zumindest der Siemens-Mensch in diesem lustigen Video der FAZ - verschiedene Untersuchungen ergeben hätten, dass „98 Prozent aller Kochprozesse mit drei oder weniger Köpfen“ stattfinden. Was soll man dazu sagen? 48 Mikroinduktoren und die maximale Freiheit auf der Kochplatte - aber maximal vier Töpfe. Na ja, Siemens halt.

Die sind ja nicht die einzigen, die auf den Trend aufspringen. Samsung zum beispiel, baut nicht nur Smartphones und Tablets, sondern hat auch bunte, kleine Induktionskochfelder im Programm. In „Mintgrün, Saphirblau“ oder „Rubinrot“ mit „Touchwheel und automatischer Topferkennung“.

Was mir jetzt noch fehlt, sind zwei Komponenten: Ersten die Fähigkeit, diese Farben auch gezielt und steuerbar ändern zu können. Man könnte zu dem Zweck magnetochrome Materialien einbauen. Die ändern die Farbe in magnetischen Feldern. Und dann brauchen wir noch eine Schnittstelle, um den Herd mit dem Internet zu verbinden. Dann wird die gesamte Kochfläche zum Display. Da würde die Floskel „Hot News“ doch eine völlig neue Bedeutung bekommen. (wst)