DVD-Händler verlangen höhere Preise für Film-Downloads

Die amerikanische Einzelhandelskette Target hat die Hollywood-Studios aufgefordert, sich bei den Preisen für über das Internet angebotene Filme stärker an denen von DVDs zu orientieren.

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In einem Schreiben hat die amerikanische Einzelhandelskette Target die Hollywood-Studios aufgefordert, die Preise für über das Internet angebotene Filme noch einmal zu überdenken. Sollten sich die Filmgesellschaften künftig nicht stärker an den Preisen von DVDs orientieren, würde Target sein DVD-Engagement andernfalls "noch einmal überdenken". Dies berichtet das Branchenmagazin "Video Business" in seiner Online-Ausgabe. In dem Schreiben soll Target-Präsident Gregg Steinhafel ausführen, dass sein Unternehmen den Wettbewerb durchaus nicht scheue. Dies müsse aber auf einem "ebenen Spielfeld" ausgetragen werden. Derzeit seien die Unterschiede zwischen Online- und Offline-Handel allerdings zu groß, um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Kurz zuvor waren bereits Meldungen in den US-Medien erschienen, wonach sich auch Wal-Mart bei Studios über die niedrigen Preise von Film-Downloads beschwert haben soll.

Laut dem Markforschungsunternehmen Pali Research, einer Abteilung der Investment-Gruppe Pali Capital, könnten sich die niedrigen Preise für Film-Downloads tatsächlich auf lange Sicht insoweit negativ auf die Hollywood-Studios auswirken, als dass Händler als Reaktion ihr DVD-Angebot reduzieren. Pali merkte in einer Analyse vom 9. Oktober an, dass die niedrigen Preise des iTunes Moviestore zwar fraglos den Markt für Film-Downloads belebt habe, es aber fraglich geblieben sei, was für Disney als bislang einziges beteiligten Studio bei dem Geschäft herausspringe. Laut Pali Research könnte auch Wal-Mart als größte Einzelhandelskette der USA mit den iTunes-Preisen nicht konkurrieren, da schon der Großhandelspreis für eine DVD zwei US-Dollar über dem Preis läge, den iTunes für den entsprechenden Film zahle.

Laut Video Business ist ein nicht näher bezeichnetes Studio der Ansicht, dass in den Läden aufgestellte Kiosk-Systeme für Film-Downloads den Druck von den Händlern nehmen könnten. Wal-Mart soll mittlerweile allerdings bereits die Eröffnung eines eigenen Download-Angebots prüfen und mit Apple in Gesprächen über eine mögliche iTunes-Partnerschaft stecken. Target verkauft indessen bereits DVDs online über Amazon.com. (nij)