Philips profitiert von Verkauf der Halbleitersparte
Operativ kann der niederländische Elektronikkonzern die Erwartungen nicht erfüllen.
Der niederländische Elektronikkonzern Philips kann seinen Nettogewinn im dritten Quartal mehr als verdreifachen: Nachdem im Vorjahr ein Überschuss von 1,4 Milliarden Euro herauskam, waren es im dritten Quartal 4,2 Milliarden Euro. Beim Nettogewinn profitierte Philips allerdings massiv vom Verkauf seiner Halbleitersparte an die Investmentgesellschaft KKR. Ohne diese Einmaleinnahme erreichte Philips einen Gewinn aus den weitergeführten Geschäften von gerade einmal einer Million Euro. Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei 290 Millionen Euro nach 353 Millionen Euro im gleichen Quartal des Vorjahrs. Erwartet worden war ein EBIT von rund 300 Millionen Euro.
Der Umsatz bei Philips stieg um ein Prozent von 6,265 auf 6,313 Milliarden Euro, die Prognosen lagen bei 6,47 Milliarden Euro. Laut dem Elektronikkonzern wurden gute Zuwächse bei Medizin- und Lichttechnik sowie Haushaltsgeräten und Pflegeprodukten wie Rasierern durch Rückgänge bei der Unterhaltungselektronik teilweise ausgeglichen. Die Medizintechnik steigerte den Umsatz um 3 Prozent und erzielte einen operativen Gewinn von 186 Millionen Euro (Vorjahr: 155 Millionen Euro). Die Sparte DAP (Haushaltsgeräte und Pflegeprodukte) konnte den Umsatz um 18 Prozent nach oben treiben, der operative Gewinn kletterte leicht von 91 auf 94 Millionen Euro. Bei der Lichttechnik stieg der Umsatz um 16 Prozent und der operative Gewinn von 130 auf 141 Millionen Euro. Bei der Unterhaltungselektronik musste Philips dagegen gehörig Federn lassen: Der Umsatz ging um 5 Prozent und der operative Gewinn von 164 auf 54 Millionen Euro zurück. Zusätzlich belastete das schlechte Abschneiden des LCD-Joint-Venture LG.Philips LCD die Bilanzen.
Firmenchef Gerard Kleisterlee betrachtet das dritte Quartal insgesamt aber als erfolgreich: Man habe besonders das Versprechen eingehalten, die besonders profitablen Bereiche weiter zu stärken. Und mit dem Verkauf des Halbleitergeschäfts habe man sich weiter gezielt auf Gesundheits- und Lifestyle-Märkte ausgerichtet. Philips sei zunehmend besser positioniert, profitables Wachstum auf einer breiten Basis von innovativer Technologie zu erreichen. So recht wollte dem die Börse nach der Vorlage der Zahlen noch nicht folgen: Der Kurs der Philips-Aktie rutsche in Frankfurt am heutigen frühen Montagvormittag erst einmal um über 2,5 Prozent ab. (jk)