Nuance arbeitet an Spracherkennung im Sleep Mode

Der Spracherkennungsspezialist arbeitet mit Chipherstellern an einer Technik, mit der Assistenzsysteme auf Zuruf "aufwachen".

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Wenn sich ein Smartphone oder Tablet im Stromsparmodus befindet, muss der Nutzer es momentan noch per Tastendruck aufwecken, um ein eingebautes Sprachassistenzsystem wie Apple Siri oder Google Now zu starten. Der Softwareanbieter Nuance, Spezialist für Spracherkennung, arbeitet nun zusammen mit Chipherstellern an einer Technik, mit der mobile Geräte jederzeit auf Spracheingaben reagieren können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Nuance ist laut Angaben von Technikchef Vlad Sejnoha mit gleich mehreren Prozessoranbietern im Gespräch, die derzeit "sehr aktiv" über entsprechende Implementierungen nachdenken. Dabei sollen die mobilen Geräte praktisch ständig lauschen, was der Nutzer zu sagen hat – und dabei trotzdem nur vergleichsweise wenig Strom verbrauchen.

Sejnoha glaubt, dass man in spätestens ein bis zwei Jahren einfach direkt in sein Smartphone sprechen kann, ohne vorher eine Taste drücken zu müssen. Fragen wie "Was steht heute noch in meinem Kalender?" würden dann verzögerungsfrei beantwortet. Das Telefon werde erkennen können, dass sein Besitzer spricht, automatisch aufwachen und die gewünschte Funktion ausführen. Damit die Technik funktioniert, müssen die Erkennungssysteme zunächst zwischen einer ständigen Geräuschkulisse und der Stimme des Nutzers unterscheiden können. Daran arbeitet Nuance momentan.

Bliebe noch die Frage nach dem Schutz der Privatsphäre. Sejnoha zufolge plant Nuance, die Software so zu entwickeln, dass die Hintergrundgeräusche privat bleiben und nicht gespeichert werden. Ob dem Nutzer gefällt, einen ständigen elektronischen Mitlauscher um sich zu haben, steht aber auf einem anderen Blatt. Zudem gibt es Alternativen. So ließe sich die Spracherkennung beispielsweise automatisch starten, wenn man das Gerät anhebt – über den Beschleunigungssensor.

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(bsc)