Netzaufbau unter Extrembedingungen
Alieu Conteh hat in der vom BĂĽrgerkrieg gezeichneten Demokratischen Republik Kongo den ersten GSM-Mobilfunkanbieter geschaffen.
Westliche Telekommunikationsanbieter können von ihm lernen, wie man selbst schwerste Probleme beim Aufbau eines Handynetzbetriebes löst: Der afrikanische Unternehmer Alieu Conteh hat in der vom Bürgerkrieg gezeichneten Demokratischen Republik Kongo den ersten GSM-Mobilfunkanbieter geschaffen. 1999 als "Congolese Wireless Network" (CWN) mit gerade einmal 4000 Abonnenten gestartet, hat die mittlerweile als Vodacom Congo geführte Firma heute 2 Millionen Kunden in dem Land und gehört mehrheitlich einem südafrikanischen Vodafone-Joint-Venture.
Seine Geschichte erzählte Conteh nun dem Technologiemagazin Technology Review in einem ausführlichen Interview. Der Unternehmer, der eigentlich Kaffeebohnen-Exporteur war, wusste anfangs nichts über den Telekommunikationsmarkt. Mit Hilfe des Zulieferers Nortel und 1,5 Millionen Dollar aus eigener Schatulle (ausländische Investments gab es zu dem Zeitpunkt aufgrund der Zustände nicht) konnte Conteh den Betrieb jedoch aufnehmen: "Es gab einen Zeitpunkt, an dem ich allen, die für uns arbeiteten, sagen musste, dass wir die Gehälter nicht zahlen könnten. Ich sagte ihnen auch, dass in der Zukunft alles gut sein würde, wenn wir nur zusammenhalten würden." Die meisten Mitarbeiter blieben bei ihm - heute hätten sie alle ein Eigenheim.
Das ganze Interview mit Mobilfunkpionier Conteh in Technology Review online:
(bsc)