"Survival Pod" soll Lebensretter bei Seebeben werden
Ein australischer Bootshersteller hat eine Tsunami-Rettungskapsel entwickelt, die Menschen besteigen können, wenn zu wenig Zeit ist, sich an Land in Sicherheit zu bringen.
Der Hausbootspezialist Havana aus dem australischen Melbourne hat eine wasserdichte Rettungskapsel entwickelt, in die sich Menschen bei einer Tsunamikatastrophe zurückziehen können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Natürlich wäre die sicherste Option, sich im Fall der Fälle an einen höher gelegenen Ort zu begeben", meint Firmenchef Matthew Duncan. "Tausende Betroffene in Japan hatten diese Wahl aber nicht." Die vielen Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im Frühjahr 2011 hätten ihn motiviert, eine alternative Lösung zu entwickeln.
Havanas "Tsunami Survival Pod", kurz TSP, basiert auf den Erfahrungen, die das Unternehmen im Bootsbau mit Schiffskörpern aus Stahl gemacht hat. Der TSP ist zylindrisch und erlaubt es so, der Gewalt der Wellen zu widerstehen. "Die Formeln, die wir beim Bau eines regulären Rumpfes anwenden, können wir auch bei der Gestaltung des TSP nutzen." Dazu wurden zunächst Schwerpunkt, Verdrängung und auf das Schiff wirkende Wellenkräfte berechnet.
Die Rettungskapsel verfügt an ihrer Außenseite über runde Pufferstrukturen, die verhindern sollen, dass ein Zusammenstoß mit anderen Objekten, die ein Tsunami ins Meer spült, den Rumpf aufbricht. Innen ist wiederum ein ringförmiger Rahmen mit vertikalen Pufferstrukturen verbaut, der die Passagiere gegen die verschiedenen Kräfte absichern soll, die bei einem Tsunami wirken. Die Passagiere sind zusätzlich mit Gurten gesichert und tragen Helme. Die Kapsel ist so entwickelt, dass sie während des Einsatzes geschlossen bleiben kann, vier Personen können so mindestens zweieinhalb Stunden überleben. Retter können den TSP von Schiffen oder mittels Hubschrauber bergen. Der Preis soll bei rund 8500 Dollar pro Stück liegen, Duncan plant auch den Bau von Kapseln für Einzelpersonen.
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