Palm-Gründer Hawkins will Neokortex simulieren
Computerunternehmer sieht Chancen, komplexe Probleme mit Maschinen besser lösen zu können.
Was treibt einen erfolgreichen Gründer von Computerfirmen dazu, die Funktionsweise des menschlichen Gehirns erkunden zu wollen? Glaubt man der Selbstdarstellung von Jeff Hawkins, dem eloquenten Gründer der PDA-Schmieden Palm und Handspring, verfolgt ihn dieses Rätsel bereits seit seiner Jugend – und er hält es noch innerhalb seiner Lebenszeit für lösbar.
Mit seinem im Jahr 2004 erschienenen Buch "On Intelligence" hat Hawkins es geschafft, die Forschungsgemeinde neugierig zu machen. In diesem Jahr wird er außerdem auf der Jahrestagung der renommierten Society for Neurosciences den Hauptvortrag halten.
Im Interview mit dem Technologiemagazin Technology Review sprach Hawkins nun über seine Motivation: "Ich habe nicht den Wunsch, ein komplettes Gehirn zu modellieren. Ich interessiere mich für den Neokortex, der etwa die Hälfte des menschlichen Gehirns ausmacht. Ich wünsche mir nicht, menschenähnliche Wesen zu erschaffen."
Er wisse aber, dass es zu seiner Lebenszeit noch möglich sei, den Neokortex zu verstehen: "Und man kann Maschinen bauen, die genau nach diesen Prinzipien funktionieren. Und die meisten Anwendungen werden sich mit Problemen befassen, die Menschen nicht sehr gut lösen können."
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(bsc)