NetApp-Disksysteme emulieren Bandbibliotheken
NAS-Server- und Disk-Filer-Spezialist Network Appliance erweitert sein Portfolio um zwei Virtual Tape Libraries mit Daten-VerschlĂĽsselung.
Nachdem das Backup auf Festplatten in kleinen Serverräumen schon seit einiger Zeit in Mode gekommen ist, sollen Enterprise-Disksysteme nach dem Willen der Hersteller auch in den Backup-Umgebungen von Rechenzentren Fuß fassen. Dazu statten die Hersteller sie mit ein bis zwei speziellen Controllern oder Köpfen aus, die sich den Backup-Servern als Bandroboter darstellen und die Backup-Daten als virtuelle Bänder auf den Platten ablegen. In einigen Fällen ist eine "echte" Bandbibliothek integriert oder direkt angeschlossen, in anderen Fällen muss die Backup-Software das virtuelle Band auf ein physisches kopieren (mehr zu VTLs siehe in der neuen iX 3/06, ab 9. Februar am Kiosk).
Der Vorteil solcher VTLs liegt in der Beschleunigung des Backup-Stroms und – so sich die benötigten Backups noch auf den Platten befinden – in einer schnellen Wiederherstellung. Zudem kann der Backup-Server auf mehrere virtuelle Bandlaufwerke parallel schreiben. In den meisten Fällen können die VTLs auch mehrere Libraries gleichzeitig emulieren.
Erdacht haben sich diese Geräte-Gattung Tape-Library-Bauer wie ADIC, Overland und Quantum; ihnen folgten Systemhäuser wie FSC, HP, IBM und transtec. Nachdem Storage-Spezialisten wie EMC und Storagetek, nun Sun, sich dieses Themas angenommen haben, folgt nun Network Appliance mit zwei VTLs nach.
Beide gehören der Nearstore-Reihe an, einer Familie von SATA-basierten Nearline-Disksystemen. Die Besonderheit der Nearstore VTLs: In Kombination mit den Decru DataFort Appliances können sie die gespeicherten Backup-Daten zusätzlich verschlüsseln. Außerdem sorgt die "Self Tuning"-Technik für einen dynamischen Lastausgleich, während "Tape Smart Sizing" vor dem Kopieren der virtuellen Tapes die benötigte Kompressionsrate zur vollen Ausnutzung der physischen Bänder berechnet.
Netapps VTLs arbeiten mit der Backup-Software von Bakbone, CA, Commvault, HP, Legato, Symantec, Syncsort und Tivoli (IBM), mit Bandbibliotheken von ADIC, IBM, Quantum und STK sowie mit Disksystemen von EMC, Hitachi und IBM zusammen.
Das kleinere Modell Nearstore VTL600 kann in voller Ausbaustufe 256 Bibliotheken, 1500 Laufwerke und 20.000 Bänder emulieren, sein großer Bruder VTL1200 das doppelte. Die Preise beginnen für die VTL600 bei gut 100.000 Euro, für die Nearstor VTL1200 liegt der Einstiegspreis bei gut 150.000 Euro. (sun)