Forscher ergrĂĽnden Farben von Exoplaneten

Die Erde erscheint aus dem Weltraum betrachtet als blauer Punkt. Astrobiologen haben nun die möglichen Farben von anderen erdähnlichen Planeten erforscht.

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Die Erde erscheint aus dem Weltraum betrachtet als blauer Punkt. Astrobiologen haben nun die möglichen Farben von anderen erdähnlichen Planeten erforscht, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die Farbe der Erde ist ein wichtiges Zeichen für ihre Bewohnbarkeit und deutet auf das Wasser hin, das 70 Prozent des Planeten bedeckt. Die Farbe wird aber auch durch andere Zonen wie Wüsten, Schneelandschaften, mit Flechten überzogenes Geröll oder die 60 Prozent der Landfläche bestimmt, die mit Vegetation bedeckt ist.

Siddharth Hegde vom Max-Planck-Institut für Astronomie und Lisa Kaltenegger vom Harvard-Smithsonian-Center for Astrophysics haben das Thema Expolaneten-Farben erforscht und sind zu ersten Theorien gekommen. Die Vegetation sorgt demnach für eine sogenannte "rote Kante", die ein außerirdischer Betrachter vermutlich sehen würde: Sie ist das Ergebnis einer verstärkten Absorption roten Lichts durch die Photosynthese, während ein Ozean aus dem Blickfeld verschwindet und baumbedecktes Land sichtbar wird.

Wäre ein Exoplanet ähnlich wie die Erde – insbesondere im Hinblick auf die Flüssigkeitsmengen auf der Oberfläche –, könnte die Farbe wichtige Indizien liefern, sagen Hegde und Kaltenegger. Nimmt man eine klare Atmosphäre an, die den Blick auf die Oberfläche erlaubt, rechnen die Forscher damit, dass sich die Farbe der außerirdischen Erde anhand der mit Wasser, baumähnlicher Vegetation oder Bakterienbesatz überzogenen Flächen bestimmt. Auch andere Umweltbedingungen spielten eine Rolle.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass sich die Bewohnbarkeit eines Exoplaneten auf diese Art bewerten lässt – ein Prozess, der helfen könnte, sich bei der Suche nach Erdenzwillingen auf wichtige Exoplaneten zu konzentrieren.

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(bsc)