Speichernachfrage flaut ab

Der Verfall der Speicherpreise ist vorerst gestoppt. Nach einer rasanten Talfahrt halten die HEKs seit fast vier Wochen ein relativ stabiles Niveau. Die Distribution erwartet zunächst keine weiteren Abschläge. Allerdings müsste dafür, die aktuell eher schleppende Nachfrage anziehen.

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Von
  • Karl Fröhlich

Der Abwärtstrend ist vorerst gestoppt. Nachdem die HEKs für Arbeitsspeicher im dritten Quartal zum Teil um bis zu 26 Prozent gefallen sind, konnten sich die Preise im Oktober stabilisieren. Bis auf einige wenige Ausreißer halten fast alle Speichertypen ein konstantes Niveau. Noch einmal nach unten geht es für DDR3-1333-Module mit 2 GByte, die im 4-Wochen-Rückblick um 16 Prozent günstiger werden. Mussten Reseller dafür in der KW 38 noch fast 8,80 Euro veranschlagen, kaufen sie aktuell bereits für etwas über 7,40 Euro. Um neun Prozent fallen die Kurse von 4-GByte-Kits (DDR3-1333).

Auch wenn die HEKs aktuell relativ stabil sind, liegen die Abschläge gegenüber Anfang September fast durchgängig im zweistelligen Bereich.

"Bei der Verfügbarkeit gibt es momentan keinerlei Einschränkungen", erklärt Christian Marhöfer, Geschäftsführer bei Kingston Technology. "Die stärkste Nachfrage besteht weiterhin nach DDR3-Modulen mit 1333 MHz und 4 GByte Kapazität. Aber wir sehen zudem einen starker Anstieg bei Modulen mit einer Kapazität von 8 GByte und steigendes Interesse an Speichern mit 1600 MHz."

Bei den 1600er-Modulen ging es ebenfalls noch einmal um fünf bis acht Prozent nach unten. Gegenüber dem Jahresanfang ist der HEK für einen 4-GByte-Riegel um 30 Prozent gesunken. 8-GByte-Kits kaufen Händler um zirka 20 Prozent preiswerter als in der ersten Januarwoche.

Obwohl der Trend bisher eindeutig in Richtung 1866er-Module ging, etablieren sich DDR3-1600-Speicher nun auch zusehends beim Endkunden. Dies zeigt sich in der KW 42 auch im heise resale Preisradar. Am meisten gesucht bleibt das 8-GByte-Kit Corsair Vengeance Low Profile (DDR3-1600/34,34 Euro brutto), gefolgt vom G.Skill PC3-10667U (DDR1333/26,55 Euro) und Corsair Vengeance schwarz (DDR3-1600/31,70 Euro). Insgesamt platzieren sich acht 8-GByte-Kits in den Top 10. Ebenfalls vertreten: Die 16-GByte-Kits Corsair Vengeance PC3-12800U (70,10 Euro) und G.Skill RipJaws-X (71,43 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche hält sich der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel für Speicher nahezu unverändert auf 38,17 Euro und auch im 4-Wochen-Rückblick macht sich eigentlich nur der Dollar-Kurs minimal bemerkbar.

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Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

ALSO Actebis GmbH
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH

Für die kommenden Wochen erwartet die Speicher-Branche eine zunehmende Nachfrage. Momentan ist aber noch Luft nach oben, denn in Distributionskreisen sind nicht alle mit dem aktuellen Geschäft zufrieden. Auch preislich werden keine weiteren Abschläge erwartet, zumindest nicht im großen Stil. Das Niveau sei bereits jetzt nicht kostendeckend. Für den Handel bleibt der Rat, bedarfsgerecht einzukaufen. Und auch wenn der Jahresendspurt noch nicht eingesetzt hat, die Hoffnung auf ein traditionell gutes viertes Quartal ist nicht unberechtigt. René Frantzen, Produktmanager Einkauf bei B.Com Computer zeigt sich bereits jetzt zufrieden: "Wir erwarten keine Aufreger. Die Verfügbarkeit wird gegeben sein und die Nachfrage, wie für das vierte Quartal üblich, weiter steigen. Das Quartal ist bereits sehr gut angelaufen."

Marktbeobachter sehen den PC- wie auch Komponenten-Sektor aktuell allerdings ausgebremst. Viele warten auf Windows 8. Laut Gartner wurden im Q3 um über acht Prozent weniger PCs verkauft, als im Vorjahreszeitraum. Die Analysten begründen dies einerseits, mit dem steigenden Erfolg mobiler Endgeräte wie Tablets, aber auch damit, dass viele Anwender erst mit Windows 8 einen neuen Rechner erwerben wollen. Wobei viele Reseller nicht wirklich auf das neue Microsoft Betriebssystem warten und das Marktpotenzial so oder so vor allem im Upgrade-Markt und im Geschäft mit Server-Speichern sehen. (map)