EU-Kommission setzt auf freiwillige Standards für Digitalfernsehen

Von derzeit 47 Millionen Digital-TVs in Europa sind 26 Millionen mit proprietären Anwendungsprogrammschnittstellen (API) ausgestattet. Lediglich 4 Millionen besitzen die Multimedia Home Platform (MHP).

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Die Europäische Kommission hält freiwillige Standardisierungsinitiativen der Industrie für den besten Weg, die Verbreitung interaktiven Digitalfernsehens zu fördern. Deshalb sollten die Mitgliedstaaten nach dem Willen der Kommission weiter offene interoperable Standards fördern, während die Kommission ergänzend dazu die europäischen Standards für digitales Fernsehen in anderen Regionen der Welt unterstützt.

Interaktive Dienste setzen eine Anwendungsprogrammschnittstelle (API) voraus. Die EU-Kommission hält ein offenes, interoperables API für das Erzielen von Mengen- beziehungsweise Preisvorteilen und zur Vermeidung technischer Unvereinbarkeiten zum Nachteil der Verbraucher für "unverzichtbar" – daher unterstützten die EU-Vorschriften die Verwendung offener APIs.

Nach Angaben der Kommission sind in Europa derzeit rund 47 Millionen Digitalempfänger in Gebrauch, von denen 26 Millionen ein herstellereigenes API besitzen und rund vier Millionen über die "Multimedia Home Platform" (MHP) verfügen, die von der Kommission als offener interoperabler Standard anerkannt wird.

Die beiden aus Sicht der Kommission "erfolgreichsten" Neueinführungen von terrestrischem Digitalfernsehen in Europa beruhen auf standardisierten API (MHEG-5 in Großbritannien und MHP in Italien): Eine "echte Interoperabilität" sei durch das flexible und einvernehmliche Vorgehen der Marktteilnehmer erzielt worden und hätte zu Preissenkungen bei den Endgeräten geführt. Medienberichten zufolge beruht der Markterfolg der MHP-Geräte in Italien jedoch auf "illegalen" Subventionen, die im Februar 2005 auf 75 Euro pro Stück beziffert wurden. (ssu)