Semantische Technologien erreichen den Markt

Semantik-Web-Pionier Eric Miller verzeichnet erste kommerzielle Erfolge mit seinem Beratungs-Unternehmen Zepheira.

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Semantik-Web-Pionier Eric Miller verzeichnet erste kommerzielle Erfolge mit seinem Beratungs-Unternehmen Zepheira. Einer seiner ersten Kunden ist die Citigroup, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe. Das Ziel dabei ist, möglichst schnell Investitionschancen auf den Märkten zu erkennen. "Wir wollen unsere Kunden und Händler mit den neuesten relevanten Informationen versorgen, damit sie schnell die richtigen Entscheidungen treffen können", sagt Programmdirektorin Rachel Yager.

Andere Kunden wie der Online-Reisedienst RealTravel sind schon dabei, Semantik-Tricks auch in endkundennahen Geschäften anzuwenden. Der britische Dienst Garlik, geleitet von zwei früheren Spitzenkräften der Online-Bank Egg, nutzt eine RDF-basierte Datenbank; sie hilft bei einem Datenschutzservice, mit dem Kunden herausbekommen können, welche ihrer persönlichen Daten online erscheinen.

Eine der am meisten beachteten Anwendungen des semantischen Web dürfte zurzeit aber der IPTV-Dienst Joost sein – das hochgelobte Projekt der Erfinder von Skype und Kazaa. Joost hat es ungewöhnlich schnell geschafft, vom Konzept über die Software-Entwicklung und schwierige Verhandlungen mit den Rechteinhabern bis zum derzeitigen Beta-Test ihrer Peer-to-Peer-Fernsehsoftware zu kommen. Das wäre nicht möglich gewesen ohne RDF (Resource Description Framework) zur Beschreibung von Inhalten, das Joost-Technikchef Dirk-Willem van Gulik als "XML auf Steroiden" bezeichnet: Dank RDF konnten die Entwickler programmieren, ohne sich über die unterschiedlichen Nutzungsbeschränkungen für die Inhalte und nationale Regeln zu kümmern; all das ließ sich hinterher mittels RDF berücksichtigen. Van Guliks Begeisterung für das Semantische ist allerdings keineswegs grenzenlos: "RDF und die anderen einfachen Teile lösen wichtige Probleme, und zwar billiger als jeder andere Ansatz", sagt er. Der ganze Rest aber – Dinge wie Ontologien und künstliche Intelligenz – sei "komplett akademisch".

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  • Technology Review 05/07: Extreme Informatik

(wst)