Medienfirma EM.Sport Media setzt auf Wachstum im Internet

Die Samwer-Brüder beteiligen sich an der Tochterfirma Sport1; außerdem übernimmt das Medienunternehmen die auf Online-Communities spezialisierte Firma Kupferwerk.

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  • dpa

Mit einem neuen Anteilseigner geht die Medienfirma EM.Sport Media in ihrem Online-Bereich auf Expansionskurs. Die Gebrüder Samwer hätten sich mit bis zu zehn Prozent an der Tochterfirma Sport1 GmbH beteiligt, teilte die EM.Sport Media AG am Montag in München mit. Sport1 ist Betreiber des gleichnamigen Internetportals. Am selben Tag schaltete die Gesellschaft auch ihr neues Portal sportsfreunde.de frei. Dessen Inhalte sollen insbesondere die Nutzer mitbestimmen.

"Sport1 ist als führendes Sportunternehmen im Bereich neue Medien und Multimediadienstleister hervorragend positioniert und verfügt über das ideale Fundament für einen zügigen Ausbau", sagte der Sport-Vorstand von EM.Sport Media, Rainer Hüther. Man habe festgestellt, dass die Nutzer bei Sportinhalten und -berichterstattung zunehmend in den Fokus gestellt werden sollten. Mit den neuen Partnern sei das Unternehmen dafür besser aufgestellt, erläuterte Hüther. Die Samwer-Brüder sind unter anderem mit der Gründung des Klingeltonanbieters Jamba und des Auktionshauses Alando zu Geld gekommen: Alando wurde 1999 durch Verkauf zu eBay Deutschland, Jamba 2004 an VeriSign verkauft.

EM.Sport Media hat darüber hinaus 80 Prozent der Anteile an dem Regensburger Unternehmen Kupferwerk erworben. Die Agentur mit 20 Mitarbeitern ist auf Online-Communities spezialisiert. Inhaltlich wolle das Medienunternehmen nun mehr in die Breite gehen, etwa mit privaten Videos von Internetnutzern, die ins Netz gespeist werden. Dabei kämen auch Spiele unterer Ligen infrage, sagte Hüther. "Für Bundesliga-Rechte stehen wir im Moment nicht zur Verfügung", erklärte der Sport1-Geschäftsführer Patrick Zeilhofer.

Die EM.Sport Media ist aus der Medienfirma EM.TV hervorgegangen, die einst groß wurde durch die Vermarktung von Film- und Lizenzrechten (Junior.TV, Muppets, Formel 1, Elvis-Wackelpuppe), später dann aber als unrühmlicher Verlierer der New Economy in die deutsche Wirtschaftsgeschichte einging. Das Unternehmen will sich mitterlweile vom Unterhaltungssegment trennen und auf das Sportgeschäft konzentrieren. Einen festen Zeitplan dafür gebe es nicht, sagte Hüther am Montag. Das Interesse an der Sparte sei jedoch rege. (dpa) / (jk)