Bislang größte epidemiologische Studie mit Handy-Daten

Wissenschaftler nutzen anonymisierte Mobilfunk-Ortsinformationen, um die Verbreitung von Malaria in Kenia zu erforschen.

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Ein internationales Forscherteam hat kartographisch erfasst, wie das menschliche Reiseverhalten zur Verbreitung von Malaria in Afrika beiträgt. Dabei nutzten sie anonymisierte Bewegungsdaten von Handys in Kenia. Das Projekt ist der bislang größte Versuch, Mobilfunkdatensätze als epidemiologisches Werkzeug zu verwenden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Bei der Studie, deren Endauswertung nun veröffentlicht wurde, konnten die Ortsinformationen von fast 15 Millionen Kenianern über einen Zeitraum von zwölf Monaten zwischen Juni 2008 und Juni 2009 erfasst werden. Die Bewegungsmuster basieren auf Daten von knapp 12.000 Mobilfunktürmen im ganzen Land. Die Daten wurden dann mit den aktuellen Malaria-Fallzahlen korreliert, die die kenianischen Gesundheitsbehörden parallel erfassten.

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die Malaria-Ausbrüche in dieser Zeit in der Region um Lake Victoria begannen und sich dann östlich in die Hauptstadt Nairobi verteilten. Das legt nahe, dass sich viele Ansteckungen womöglich vermeiden ließen. Dann nämlich, wenn sich die Behörden zunächst auf die Moskito-Bekämpfung in der Seeregion konzentrieren, meint Caroline Buckee, Epidemiologin an der Harvard School of Public Health und Co-Autoren der Studie, die im Journal Science veröffentlicht wurde.

Forscher an verschiedenen Institutionen, die an der Studie beteiligt waren, darunter die Carnegie Mellon University und das Kenya Medical Research Institute, bauten aus den Daten Modelle auf, die die Bewegungen der Parasiten über die unterschiedlichen Infektionsvektoren und Regionen erfassten. Dies erlaubt es dann, Wahrscheinlichkeiten zu ermitteln, wie akut die Gefährdungslage in bestimmten Gebieten ist. Dies lässt sich sogar auf eine tägliche Infektionswahrscheinlichkeit herunterbrechen.

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(bsc)