Spürnasen für Erdwärme
Forscher suchen mit Massenspektrometern nach Helium-Isotopen, um auf Geothermie-Ressourcen zu schließen.
Die meisten Geothermiekraftwerke auf dem Planeten zapfen einfach heiße Quellen an, die sich leicht auffinden lassen, aber dafür auch nur in wenigen Regionen der Erde gehäuft vorkommen. Das macht die umweltfreundliche Energieform zu einer Nischentechnik in der globalen Wirtschaft. Im Dezember publizierten nun zwei Geochemiker eine Studie, die das ändern soll: Sie zeigten, wie hochempfindliche Detektoren Spuren von Helium an der Oberfläche auffinden können, die durchlässige Bereiche von Erdmantel und Erdkruste signalisieren. So sollen sich interessante Plätze für Geothermiekraftwerke leichter auffinden lassen – und das auch in Regionen, in denen es nicht direkt aus der Erde dampft, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Mack Kennedy, ein Wissenschaftler am Lawrence Berkeley-Nationallabor, führte die Versuche mit seinem Kollegen Matthijs van Soest von der "School of Earth and Space Exploration" an der Arizona State University durch. Dabei wurde die Menge an Helium-Isotopen mit Hilfe von Massenspektrometern gemessen, um Bereiche vorherzusagen, in denen das Gestein bis tief in den Untergrund durchlässig ist. Wasser wandert durch solche Regionen wesentlich leichter, was zu einer Wärmezirkulation aus dem Erdmantel führen kann. "Wir haben hier eine riesige Ressource vor uns. Nun können wir endlich sagen, wo es eine gute Durchlässigkeit gibt", sagt Kennedy. Die Messung ist allerdings teuer – die Wissenschaftler können die schwachen Helum-3-Signale in ihren Proben nur mit komplexer Technik genau messen. Das führt dazu, dass ein einzelner Test inklusive dem Herausfiltern von Hintergrundsignalen derzeit noch zwischen 2000 und 3000 Dollar pro Probe kostet. Das soll sich aber verbilligen, wenn solche Untersuchungen erst einmal massenweise durchgeführt werden.
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(bsc)