Musik und Spiele sorgen für Rekordumsatz bei RealNetworks
Dank Sonderzahlungen aus einem Vergleich mit Microsoft konnte der Digitalmedien-Spezialist im vierten Quartal zudem einen Rekordgewinn von 295,6 Millionen US-Dollar verbuchen.
Der US-amerikanische Digitalmedien-Spezialist RealNetworks hat das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2005 mit einem Rekordumsatz von 83,6 Millionen US-Dollar und einem Rekordgewinn von 295,6 Millionen US-Dollar (1,61 US-Dollar je Aktie) abgeschlossen. Grund für den hohen Gewinn sind Sonderzahlungen aus einem Vergleich mit Microsoft. RealNetworks hatte den Software-Multi vor zwei Jahren wegen Wettbewerbsverletzung in den USA verklagt. Die Redmonder sollen die Dominanz bei Betriebssystemen für PCs dafür genutzt haben, auch den wachsenden Markt für digitale Medien zu kontrollieren.
Nachdem Microsoft sich im vergangenen Oktober unter anderem bereit erklärt hatte, insgesamt 761 Millionen US-Dollar an RealNetworks zu zahlen, zog das Unternehmen seine Klage zurück. In die Bilanz des vierten Quartals flossen davon 478 Millionen US-Dollar ein, der Rest soll über die kommenden fünf Quartale verteilt werden. Größter Umsatzbringer bei RealNetworks ist inzwischen das Musikgeschäft, das Einnahmen in Höhe von 26,1 Millionen US-Dollar verbuchte, 29 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Abonnenten seiner Musikplattform Rhapsody gibt das Unternehmen mit 1,4 Millionen an, doppelt so viele wie vor Jahresfrist.
Den prozentual größten Umsatzsprung verzeichnete jedoch das Geschäft mit Online-Spielen. Innerhalb eines Jahres stiegen die Erlöse in diesem Geschäftszweig um 52 Prozent auf 15,7 Millionen US-Dollar. Mit der jüngst bekannt gegebenen Übernahme des niederländischen Spezialisten für Casual Games, Zylom, dürften die Umsätze in diesem Bereich künftig noch weiter zulegen. Die Umsätze im Software-Geschäft sanken hingegen um 10 Prozent auf 22,6 Millionen US-Dollar. Für das laufende Quartal stellt RealNetworks einen Gesamtumsatz von 82 bis 86 Millionen US-Dollar und einen Gewinn von 11 bis 13 Cent je Aktie in Aussicht. (pmz)