Alternative Solartechnik in der Krise

Die sogenannte Konzentrator-Photovoltaik bietet einen hohen Wirkungsgrad, leidet aber unter der Marktschwemme bei billigen Standardzellen.

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Die Konzentrator-Photovoltaik galt lange als interessantes Konkurrenzverfahren zur herkömmlichen Sonnenstromgewinnung: Bei der auch CPV genannten Technik werden Hunderte kleiner Solarzellen eingesetzt, auf die über ein optisches System Licht konzentriert wird. In den USA und anderswo sorgt der Produktionsüberschuss bei Standard-Solarmodulen nun aber dafür, dass erste Firmen und Investoren kalte Füße bekommen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

SolFocus, einer der Pioniere in dem Markt, kündigte an, dass sich die Firma restrukturieren werde, um sich demnächst meistbietend zu verkaufen. Angestellte wurden bereits entlassen. Die Firma, die nahezu 200 Millionen Dollar an Investorengeldern eingesammelt hatte, verfügt eigentlich über eine gesunde Projektpipeline – 15 Megawatt sind bereits installiert. Die Risikokapitalgeber seien aber nicht mehr bereit, weitere Mittel in die Hand zu nehmen, hieß es. SolFocus schreibt noch immer rote Zahlen.

Auch andere CPV-Spezialisten wurden mittlerweile dicht gemacht oder mussten zumindest schrumpfen, um dem Preisdruck im Solargeschäft zu begegnen. Das Start-up GreenVolts gab im September bekannt, dass einer seiner Hauptinvestoren, der Elektrotechnikriese ABB, aussteigen will, was schließlich zum Verkauf der Firma führte. Amonix, langjähriger CPV-Lieferant, meldete einige Monate zuvor, er werde eine geplante Fabrik in Nevada aufgrund geringer Nachfrage doch nicht bauen.

Doch es gibt nicht nur schlechte Nachrichten im CPV-Segment. Das Start-up Semprius teilte Mitte November mit, dass Pratt & Whitney Rocketdyne eine immerhin 200 Kilowatt leistende Solarkonzentratoren-Anlage auf der Edwards Air Base in Kalifornien installieren will. Das Demonstrationsprogramm belege, dass es Vertrauen in die neuartige Technik gibt, sagt man bei der jungen Firma. Die Sonnenkollektoren von Semprius, die einen Wirkungsgrad von 33,9 Prozent entwickeln sollen, verfĂĽgen ĂĽber einen ĂĽberarbeiteten Aufbau und kommen unter anderem mit einem gĂĽnstigeren Substrat.

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