Sondereffekte drücken Walt Disneys Gewinn

"Wir sind nicht unverwundbar, aber wir können die Stürme deutlich besser überstehen als viele andere", sagte Konzernchef Robert Iger zur Vorlage der jüngsten Bilanzen.

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  • dpa

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney verdient trotz schwächerer Konjunktur kräftig mit seinen Themenparks, TV-Sendern und neuen Stars wie "Hannah Montana". Zwar fiel im ersten Geschäftsquartal der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr wegen damaliger Sondergewinne niedriger aus. Im laufenden Geschäft aber legte der Konzern deutlich zu.

Walt Disney sei sehr gut ins Jahr 2008 gestartet, sagte Konzernchef Robert Iger am Dienstagabend nach Börsenschluss. "Wir sind nicht unverwundbar, aber wir können die Stürme deutlich besser überstehen als viele andere", sagte er mit Blick auf die unsichere Wirtschaftslage. Disney gilt bei Experten mit seinem Geschäft eigentlich als sehr abhängig von der Finanzlage der Verbraucher.

Unter dem Strich verdiente Walt Disney von Oktober bis Dezember 1,3 Milliarden Dollar (887 Millionen Euro) und damit rund ein Viertel weniger. Ein Jahr zuvor waren aber hohe Einmalgewinne auch durch den Verkauf von Konzernteilen angefallen. Ohne alle Sondereffekte stieg der Gewinn je Aktie von 0,49 auf 0,63 Dollar, teilte Walt Disney mit (PDF-Datei). Der Umsatz wuchs um neun Prozent auf 10,5 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro).

Der Medien- und Unterhaltungskonzern profitiert zunehmend von der konsequenten Vermarktung seiner Inhalte und Stars über alle Sparten hinweg: Vom Kino über Fernsehen und Konzerte bis hin zum Verkauf von Fanartikeln rund um die Helden. Stars wie die 15-jährige Popsängerin und Schauspielerin Miley Cyrus ("Hannah Montana") werden zunächst in einer Sparte getestet und bei Erfolg in allen anderen Bereichen weitervermarktet.

Walt Disney übertraf mit seinen Zahlen die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um deutlich mehr als fünf Prozent auf rund 31,70 Dollar zu. Im Tagesverlauf hatte sie noch über 2,5 Prozent verloren. Erst vor wenigen Tagen hatte Walt Disney den Vertrag mit Konzernchef Iger vorzeitig bis Anfang 2013 verlängert.

Der Streik der Hollywood-Autoren habe das Ergebnis nicht wesentlich beeinflusst, hieß es. Die Mediensparte, der größte Konzernbereich mit TV-Sendern und Kabelfernsehen (ABC, Disney) steigerte den Betriebsgewinn um 28 Prozent auf 908 Millionen Dollar. Sie trägt rund 40 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Auch das zweitgrößte Geschäft mit den Themenparks schnitt deutlich besser ab (plus 25 Prozent). Das europäische Disneyland Resort Paris etwa verzeichnete mehr Besucher, die auch mehr Geld ausgaben. In der Kino- und Musiksparte fiel der Gewinn auch durch Einbußen im DVD-Verkauf geringer aus (minus 15 Prozent). Beim Merchandising sorgten vor allem "Hannah Montana" und das "High School Musical" für einen satten Zuwachs (plus 38 Prozent). (dpa) / (anw)