Mitfahrgelegenheit
Wenigstens die stehend sitzenden Leute aus diesem bekannten Nonsense-Gedicht sind für Frank M. Rinderknecht künftiger No-Nonsense. Ginge es nach dem Chef und Vordenker der schweizer Autoveredelungs-Firma Rinspeed, wäre ein neues Nahverkehrskonzept namens microMAX die Zukunft im Kurzstreckenverkehr
- tsc
Zumikon (Schweiz), 11. Dezember 2012 – "Dunkel war's, der Mond schien helle, schneebedeckt die grüne Flur, als ein Auto blitzesschnelle langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen stehend Leute
Schweigend ins Gespräch vertieft, ..." Wenigstens die stehend sitzenden Leute aus diesem bekannten Nonsense-Gedicht sind für Frank M. Rinderknecht künftiger No-Nonsense. Ginge es nach dem Chef und Vordenker der schweizer Autoveredelungs-Firma Rinspeed, wäre ein neues Nahverkehrskonzept mit Stehsitzen namens microMAX die Zukunft im Kurzstreckenverkehr. Vorgestellt wird sie auf dem Genfer Automobilsalon 2013 (7. bis 17. März).
"Das Auto zur App für den schnellen Transfer"
Mit "microMAX" will Rinspeed nach eigenen Angaben den Kurzstreckenverkehr revolutionieren. Das Concept-Car soll im Individualverkehr private und öffentliche Nutzung clever zusammenführen. Rinderknecht: "Moderne Mitfahrzentralen sind heute Web- und Smartphone-basiert. Sie arbeiten in Echtzeit: Man will regelmäßig zur Arbeit oder jetzt irgendwohin und findet ruckzuck den Fahrer, der einen mitnimmt. microMAX mit neuartigen Stehsitzen ist genau das richtige Ding für den schnellen Transfer im Nahverkehr – das Auto zur App." Rein elektrisch natürlich. Durch unterschiedliche Ausstattungsmodule lässt sich das skurrile Gefährt auch für Handwerker oder als Lieferwagen nutzen.
Mitfahrgelegenheit (25 Bilder)

Auf dem Genfer Automobilsalon 2013 zeigt Rinspeed die Studie "microMAX".
Ein Bus kaum länger als ein VW up
Auf einer Länge von 3,60 Meter, das sind nur rund sechs Zentimeter mehr als bei einem VW Up, finden neben dem Fahrer drei Mitfahrer plus Kinder- oder Einkaufswagen Platz. Die Fahrzeughöhe von 2,20 Meter ermöglicht platzsparende Stehsitze, die mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sind. Eine Kaffeemaschine, ein Kühlschrank fürs Feierabendbier der Mitfahrer und sind mit an Bord.
Bizarre Studien jährlich seit 1991
Kreativ, skurril, verrückt: Die Meinungen zu den Fahrzeugschöpfungen von Rinspeed aus der Schweiz gehen oft weit auseinander. Hinter Rinspeed steht Frank M. Rinderknecht. Er gründete das Unternehmen im Jahr 1979 und sorgte schon zwei Jahre später mit einem ersten Konzeptfahrzeug für Furore. Die in Zumikon nahe Zürich ansässige Firma verdient ihr Geld mit Autozubehör und -veredelung, doch seit 1991 ist es Brauch geworden, pro Jahr mindestens eine außergewöhnliche Idee auf die Räder zu stellen. 2012 zeigte Rinspeed in Genf den "Dock+Go", einen Elektro-Smart mit einer Art Rucksacklösung für höhere Reichweite und mehr Stauraum. 2008 sorgte der sQuba für Aufsehen und weckte Erinnerungen an James Bond. Der sQuba soll völlig autonom auf der Straße fahren können, also ohne Hilfsmittel und sogar gänzlich ohne Insassen. Darüber hinaus kann er sich als amphibisches Fahrzeug fortbewegen und in Wassertiefen von bis zu zehn Meter hinabtauchen. Zu den weiteren Konzepten aus den vergangenen Jahren gehören unter anderem ein Roadster mit durchsichtiger Kunststoff-Karosserie und ein Sportwagen, der mit Energie aus Grünabfällen fährt. In der Bildergalerie sind sie zu sehen. (imp)