Streit um Spendernieren
Der Nierenexperte Eli Friedman schlägt in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Kidney International" Regelungen für einen staatlich organisierten Organhandel vor.
Der Nierenexperte Eli Friedman schlägt in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Kidney International" Regelungen für einen staatlich organisierten Organhandel vor. Das berichtet Technology Review aktuell. "Jeden Tag erhalten etwa 74 Menschen in USA ein neues Organ, doch es sterben eben auch 17 Patienten täglich, weil nicht genügend Organe verfügbar sind", zitiert er das US-amerikanische Gesundheitsministerium. Keine der noch so engagierten Maßnahmen, die Spendebereitschaft der Menschen zu erhöhen, habe bislang etwas ausrichten können.
Auch in Deutschland werden Ăśberlegungen laut, ob man Organspender in irgendeiner Form finanziell entlohnen sollte. So mahnte der Duisburger Philosoph Hartmut Kliemt voriges Jahr auf einem Organspenden-Symposium in Mainz, dass man mit Blick auf die Zukunft die Bezahlung von Organspenden wenigstens theoretisch ĂĽberdenken mĂĽsse. Eine EU-Richtlinie, die das Transplantationsrecht europaweit regelt, sieht vor, dass wenigstens die Kosten, die den Spendern entstehen, rĂĽckerstattet werden. Diese Richtlinie muss nun in nationales Recht umgesetzt werden. (wst)
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