Telekom sucht neuen Aufsichtsratschef
Die Amtsführung des derzeitigen Telekom-Chefkontrolleurs Klaus Zumwinkel gilt bei Anteilseignern wie der Investmentgesellschaft Blackstone, die zu einem der größeren Aktionäre bei der Telekom zählt, als zu lax, berichtet der "Spiegel".
Ein neuer Chefkontrolleur wird bei der Deutschen Telekom gesucht, berichtet der Spiegel in seiner neuen Ausgabe: Obwohl der derzeitige Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel offengelassen habe, ob er sein Mandat verlängern wolle, gebe es bereits hinter den Kulissen ein Gerangel um den Spitzenposten. Einer der Gründe, laut dem Magazin: Zumwinkels Amtsführung gilt bei Anteilseignern wie der Investmentgesellschaft Blackstone, die zu einem der größeren Aktionäre bei der Telekom zählt, als zu lax gilt.
Linde-Chef Wolfgang Reitzle sowie der frühere Continental-Chef Hubertus von Grünberg sollen bereits als Kandidaten für den Posten angesprochen worden sein. Beide Manager sitzen als Kapitalvertreter im Telekom-Aufsichtsrat. Angeblich soll auch Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zum Kreis der Kandidaten gehören. Großaktionär Blackstone dagegen soll sich laut Spiegel für einen Manager aus dem angelsächsischen Raum starkmachen.
Zumwinkel, Vorstandschef bei der Deutschen Post, wurde im März 2003 zum Aufsichtsratschef der Telekom berufen. Blackstone hatte bereits beim Rausschmiss des Telekom-Chefs Kai-Uwe Ricke und seine Ablösung durch René Obermann eine wichtige Rolle gespielt. Zumwinkel hatte die Ablösung Rickes zwar zuerst abgelehnt, seine Meinung nach der Vorlage mäßiger Quartalszahlen Anfang November 2006 aber geändert und damit das endgültige Aus für Rickes Karriere bei der Telekom eingeläutet. Zeitweise soll Zumwinkel in dieser Zeit bereits selbst unter Beschuss durch die Investmentgesellschaft geraten sein. (jk)